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Archiv für Juni 2010

Israel in der Kritik: Antisemitische Argumentationsmuster im Nahost-Konflikt

Diskurse über den Nahost-Konflikt werden meist aus tagespolitischen Anlässen geführt und reiben sich an aktuellen Berichterstattungen auf. Obwohl für ein konkretes Konfliktverständnis historische Hintergründe von maßgebender Bedeutung sind, bleiben diese jedoch meist auf der Strecke. Somit ist es nicht möglich, tiefgreifend in die Thematik einzudringen und sich ein umfassendes Bild über die Situation in Israel, den palästinensischen Autonomiegebieten und den arabischen Nachbarländern des jüdischen Staates zu entwickeln. Problematisch wird dies vor allem, wenn sich Positionierungen herauskristalisieren, die antisemitische Ideologien auf Israel übertragen.

Die Landesarbeitskreise Shalom aus Berlin und Brandenburg laden euch daher sehr herzlich ein, gemeinsam mit uns den Workshop „Israel in der Kritik: Antisemitische Argumentationsmuster im Nahost-Konflikt“ zu gestalten. Methodisch werden wir den Tag in zwei Blöcke einteilen: Wir beginnen mit einem Planspiel zur Staatsgründung Israels, in dem wir eine eigene Konferenz aus dem Jahr 1947 simulieren und runden dies nach einer kleinen Mittagspause mit einem Workshop zu antisemitischer Israelkritik ab.

Durch das Planspiel erhoffen wir uns, die verschiedenen Interessen und möglichen Handlungsspielräume der beteiligten Parteien bei der Lösung des arabisch-jüdischen Konfliktes im damaligen britischen Mandatsgebiet nachvollziehen zu können. Hierbei werden die unterschiedlichen Positionen der verschiedenen zionistischen Organisationen, der arabischen Länder und Großbritanniens erarbeitet. Die oftmals als homogen verstandenen Gruppen werden so ausdifferenziert. Zudem wollen wir die historische Entwicklung durch die politischen und militärischen Auseinandersetzungen nachvollziehen.

Mit dem anschließenden Workshop über antisemitischen Israelkritik wollen wir die roten Linien mit euch diskutieren, die eine kritische Auseinandersetzung mit der israelischen Politik begleiten. Welche Maßstäbe gibt es, die eine legitime Israelkritik von einer antisemitischen unterscheiden und woran sind diese festzumachen? All dies wollen wir mit euch diskutieren. Wir freuen uns daher auf eure rege Beteiligung.

Wo?
Berlin Kreuzberg (genauer Ort wird nach Anmeldung bekannt gegeben)
Wann?
4. Juli, ab 11 Uhr (mit Mittagspause bis ca. 17 Uhr)

Verbindliche Anmeldung an mail[at]bak-shalom.de

Stellungnahme des BAK Shalom zu den Reaktionen auf den Stopp der Free Gaza-Flottille

Was sich am 31. Mai vor der Küste Gazas abgespielt hat, ist nichts anderes als ein humanitäres und politisches Desaster. Die Schuld daran allein Israel zuzuschreiben, trägt nicht den tatsächlichen Vorkommnissen auf dem Schiff Mavi Marmara Rechnung und läuft einer konkreten Konfliktbeurteilung zuwider.

Wie bereits zwei Tage vor dem Unglück von uns per Pressemitteilung prognostiziert, war die gesamte Free Gaza-Flottille Mittel zum Zweck; Dieser lag dabei nicht darin, den Palästinenser_innen Hilfsgüter zukommen zu lassen, sondern in der Durchbrechung der israelischen Blockade des Gaza-Streifens.i Die Infragestellung der israelischen Blockadepolitik kann niemandem zum Vorwurf gemacht werden. Die Durchführung mündete aber in eine absehbare Eskalation, die konkreten Friedensbemühungen entgegen läuft. Die weltweiten Reaktionen auf die Durchsetzung der Blockade waren teils stark antisemitisch motiviert und werden von uns scharf kritisiert.

Wir möchten an dieser Stelle betonen: Es ist bedauerlich, dass die drei Linken-Politiker_innen – Norman Paech, Annette Groth sowie Inge Höger – in diese gefährliche Situation gelangten. Nichtsdestotrotz stehen mit ihrer Teilnahme an der Flottille wichtige Fragen linker Bündnispolitik im Raum.

Die gesamte Erklärung des BAK Shalom gibt es auf dessen Homepage. Sie kann an dieser Stelle auch als pdf runtergelanden werden.