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Archiv für März 2011

„Feindbild Israel – der ewige Sündenbock“ – Vortrag online anhören

Der LAK Shalom Berlin und der Arbeitskreis Antisemitismus beim Studienwerk der Rosa-Luxemburg-Stiftung konnten den bekannten Autor Dr. Tilmann Tarach am 19.03.2011 im Karl-Liebknecht-Haus begrüßen. Sein Buch „Der ewige Sündenbock: Heiliger Krieg, die ‚Protokolle der Weisen von Zion‘ und die Verlogenheit der sogenannten Linken im Nahostkonflikt“ hat in weiten Teilen der Linken für Anerkennung und Diskussion gesorgt. In seinem Vortrag „Feindbild Israel – der ewige Sündenbock“, den er im bis zum letzten Platz gefüllten Saal der Bundesparteizentrale der Partei Die Linke hielt, sparte Dr. Tarach nicht mit seiner Kritik an der deutschen Linken, sondern diskutierte hierbei viele Themen an, zu denen sich auch der BAK Shalom in den letzten Jahren geäußert hatte.

Hierbei wies Dr. Tarach nach, dass das Interesse der sogenannten IsraelkritikerInnen nicht aus Nächstenliebe für die PalästinenserInnen erwächst, sondern es Ihnen nur um die Delegitimierung des jüdischen Staates geht. In diesem Kontext sind die PalästinenserInnen lediglich Mittel zum Zweck. Anders ist nicht zu erklären, warum an keiner Stelle die Lebensumstände und die nicht existenten Freiheiten der PalästinenserInnen im Libanon, Jordanien, Saudi-Arabien etc. verschwiegen werden. Rudimentäre Grundrechte werden ihnen verwehrt. Der Hass auf Israel und „die Juden“ soll dadurch generationenübergreifend konserviert werden, denn anstatt die jeweilige arabische Regierung verantwortlich zu machen, soll Israel die Schuld an den Lebensumständen der PalästinenserInnen im Libanon, Jordanien etc. zugeschrieben bekommen. Das israelische PalästinenserInnen hingegen alle staatsbürgerlichen Rechte genießen, findet keine Aufmerksamkeit oder wird absichtlich verschwiegen. Dass Israel, trotz aller Bemühungen, Probleme bei der Integration der palästinensischen Israelis hat, wurde an diesem Nachmittag nicht verschwiegen.


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Boykott israelischer Produkte verurteilt

Mitglieder und Sympathisant/innen der Partei DIE LINKE verurteilen den Boykott israelischer Produkte

Die Bremer Kampagne „Boykottiert Israels Früchte – Rettet das palästinensische Volk“ wurde bereits u.a. von dem renommierten Historiker Julius Schoeps als das entlarvt, was sie ist: Antisemitismus, der an die NS-Parole „Kauft nicht bei Juden“ erinnert.

Dieser Einschätzung schließen wir uns an.

Die Deutung der Boykottaktion liegt nicht in der Hoheit des “Bremer Friedensforum”, sondern bei den Betrachter_innen.

Somit schützt auch die vorab ausgegebene Distanzierung von der NS-Parole “Kauft nicht bei Juden” nicht vor der allzu berechtigten Kritik, an selbige anzuknüpfen.

Wir, die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner halten es zudem für eine irrationale und falsche Forderung des „Bremer Friedensforum“, eine ganze Volkswirtschaft für eine Politik, die man für kritikwürdig hält, in Geiselhaft zu nehmen. Diese Form der polarisierenden Symbolpolitik, wie sie das „Friedensforum Bremen“ praktiziert, schürt gesellschaftlich verbreitete antisemitische Vorurteile durch die Illusion einfacher Lösungen und einseitiger Schuldzuweisungen an den Staat der Holocaust-Überlebenden. Wir distanzieren uns von den, sich als Linke verstehenden, Protagonist/innen derartiger Boykottaktionen nicht nur in Bremen und erwarten eine eindeutige und deutliche Positionierung des Landesverbandes DIE LINKE Bremen sowie der Fraktion DIE LINKE in der Bremischen Bürgerschaft.

Die aktuelle Übersicht der UnterzeichnerInnen sind hier zu finden: http://haskala.de

»Feindbild Israel – der ewige Sündenbock«

Vortrag und Diskussion mit Dr. Tilman Tarach

19.03.2011 | 15 Uhr
Karl-Liebknecht-Haus | U-Bahn-Station Rosa-Luxemburg-Platz | Berlin

Über keinen Staat gibt es so viele Gerüchte wie über Israel. Tilman Tarach zeigt, dass die deutschen Medien, aber auch Organisationen wie die Uno und jede Menge »Israelkritiker« den Stoff liefern, aus dem diese diffamierenden Legenden gestrickt werden. Die alte Parole »Die Juden sind schuld« wird heute in weiten Teilen der Gesellschaft begierig auf den jüdischen Staat angewendet, und zwar reichlich unabhängig davon, wie er sich verhält.

Feindbild Israel - der ewige Sündenbock

Tilman Tarach zeichnet die entscheidenden historischen und aktuellen Aspekte des Nahostkonflikts nach und zeigt auf, welch groteskes zweierlei Maß in der allgemeinen Debatte um Israel Anwendung findet. Die dargelegten Fakten und Zusammenhänge werden selbst viele Freunde Israels überraschen; den ApologetInnen einer wohlfeilen »Israelkritik« hingegen sind sie unangenehm.

Tilman Tarach ist Jurist aus Freiburg im Breisgau und Autor des Buches »Der ewige Sündenbock. Heiliger Krieg, die ‘Protokolle der Weisen von Zion’ und die Verlogenheit der sogenannten Linken im Nahostkonflikt«. Artikel von ihm erschienen in Konkret und Jerusalem Post.

Die Veranstaltung wird vom Landesarbeitskreis Shalom Berlin in der Linksjugend [’solid] und dem stipendiatischen Arbeitskreis Antisemitismus beim Studienwerk der Rosa-Luxemburg-Stiftung organisiert. Die VeranstalterInnen behalten es sich vor, AntisemitInnen des Raumes zu verweisen.

Umbrüche in der arabischen Welt – wohin geht die Reise?

Workshop auf der LVV der Linksjugend [’solid] Berlin am 5.3.2011
11 Uhr, Statthaus Böcklerpark, Prinzenstraße 1

Die Umbrüche in den muslimisch geprägten Ländern im Nahen und Mittleren Osten sowie in Nordafrika sind bisher das politische Großereignis im Jahr 2011. Schon jetzt ist klar, die Revolten und Revolutionen sind historisch. Doch wohin geht die Reise?

Ziel des Workshops soll es sein, in Form eines gemeinsamen Austausches uns am Beispiel Ägypten einen Überblick zu verschaffen, um die Vorkommnisse zu systematisieren und somit einordnen zu können.

Ägypten spielt eine zentrale Rolle für die Transformation der Region. Zum einen strahlte von Kairo stets eine Vorbildfunktion für andere muslimisch geprägte Staaten aus, zum anderen war es das erste Land, das mit Israel einen Friedensvertrag schloss und somit ein wichtiger Vermittler zwischen Israelis und PalästinenserInnen im Nah-Ost-Konflikt wurde.

Im Workshop wollen wir untersuchen, wer die Proteste in Gang setzte und was die grundlegenden Forderungen waren. Ein Revolutionsvergleich zwischen dem heutigen Ägypten und Tunesien einerseits und dem Iran von 1979 andererseits sollen die Bedeutung von Islam, Säkularismus und Antisemitismus im politischen Programm der Protestierenden herausstellen. Hierbei werden wir auch die Bedeutung der Muslimbruderschaft thematisieren. Schlussendlich werden wir auch einen Blick auf die Rolle des ägyptischen Militärs werfen und ihre gesellschaftliche Funktion illustrieren.

Optional ist ein Ausblick auf andere arabische Länder möglich. Zudem können wir einen Einblick in die israelische Sichtweise auf die Umbrüche am Nil anbieten.

Geleitet wird der Workshop von Stefan Kunath (LAK Shalom Brandenburg) und Benjamin Krüger (LAK Shalom Berlin).