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Archiv für Juni 2011

Jüdisches Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus: Diffamierung oder berechtigte Kritik? DIE LINKE und der Antisemitismus

Podiumsdiskussion mit:
Sebastian Voigt – Historiker aus Leipzig, Mitautor der Analyse „Antisemiten als Koalitionspartner? – die Linkspartei zwischen antizionistischem Antisemitismus und dem Streben nach Regierungsfähigkeit“

Stefan Liebich – MdB, Die Linke

Gunnar J. Schupelius – Focus Magazin, Leiter des Hauptstadtbüros

Moderation: Maya Zehden – Pressesprecherin der Jüdischen Gemeinde zu Berlin

Ort: NEUE SYNAGOGE – Großer Saal, Oranienburger Straße 28-30, 10117 Berlin

Zeit: Sonntag, 3. Juli 2011 um 14 Uhr

In diesen Tagen wird DIE LINKE in der öffentlichen Debatte verstärkt mit dem Vorwurf des Antisemitismus konfrontiert. Viel wurde dabei über „Israelbezogenen Antisemitismus“ innerhalb der Partei diskutiert. Anstoß hierzu lieferte eine Analyse von Samuel Salzborn und Sebastian Voigt. Das Thema führte schließlich auch zu einer kontroversen Debatte im Bundestag.

„Wir brauchen uns von nichts abkehren. Unsere Parteispitze ist klar gegen Antisemitismus“ erwiderte Luc Jochimsen auf die Vorwürfe im Bundestag. Zur Bestätigung verfasste die LINKE-Bundestagsfraktion kurz darauf einstimmig ein Beschluss, in dem einige Tabus im Umgang mit Israel festgeschrieben wurden. Boykottaufrufe gegen Israel, eine Ein-Staaten-Lösung sowie eine erneute Beteiligung an der Gaza-Flottille seien demnach für DIE LINKE indiskutabel. Zehn Fraktionsmitglieder verließen zur Abstimmung den Saal, fünf weitere erschienen gar nicht erst. Verschiedene Stimmen aus der Partei äußerten später, es handele sich um einen „Maulkorberlass“ und wiesen die Entscheidung der Bundesfraktion zurück. Dieter Graumann vom Zentralrat der Juden in Deutschland attestierte daraufhin: Der Versuch einer Befreiung der „Linkspartei aus dem Kerker des Israel-Hasses (…) ist einstweilen spektakulär missglückt.“

Hat die Partei Die Linke ein Antisemitismus-Problem? Wie verläuft die Debatte innerhalb der Partei und wie ist es um das Verhältnis zwischen Antisemitismus und Positionierungen im Nahostkonflikt bestellt? Was für ein Begriff von Antisemitismus herrscht vor? Diese und weitere Fragen kommen zur Sprache…
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Eine Veranstaltung der Jüdischen Gemeinde zu Berlin und des Jüdischen Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus.
Organisation und Kontakt: Levi Salomon, Beauftragter der Jüdischen Gemeinde zu Berlin für die Bekämpfung des Antisemitismus, Vorsitzender des Jüdischen Forums für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA), Oranienburger Straße 28-30, 10117 Berlin,Email:levi.salomon@gmail.com

Diskussionsveranstaltung: Renaissance eines Antisemitismus von links?

Die Amadeu Antonio Stiftung lädt ein:

In den letzten Wochen stand die Linkspartei wegen der gegen sie erhobenen Antisemitismusvorwürfe und ihrem Verhältnis zu Israel massiv in der Kritik. Einer Studie wirft der Linkspartei gar vor, der antizionistisch ausgerichtete Antisemitismus innerhalb der Linkspartei sei zu einer weitgehend konsensfähigen Position innerhalb der Partei geworden. Doch was sind die Ursachen für das Wiedererstarken antiimperialistischer und antizionistischer Positionen?

Als ein Grund wird genannt, dass mit der Vereinigung der Linkspartei aus der PDS und WASG sich auch in beiden Parteien vorhandene antiimperialistische und antizionistische Strömungen vereint haben und so an Bedeutung gewonnen haben.

In der Veranstaltung soll daher erörtert werden, ob der israelbezogene Antisemitismus der DDR und westdeutscher Linker durch die Linkspartei ein Comeback erlebt oder es sich aktuell bei der Israelfeindschaft in der Linkspartei um ein neues Phänomen handelt.

Ferner soll der Frage nachgegangen werden, wie stark israelfeindliche Positionen innerhalb der Linkspartei vertreten sind und ob die These stimmt, dass der antizionistisch ausgerichtete Antisemitismus nahezu konsensfähig in der Partei geworden ist.

Zudem soll diskutiert werden, wie israelbezogenen Antisemitismus begegnet werden kann, zumal er nicht auf Teile der Linkspartei beschränkt ist, sondern es sich um ein gesamtgesellschaftliches Problem handelt.

Einführung:
Anetta Kahane ist Vorstandsvorsitzende der 1998 gegründeten Amadeu Antonio Stiftung. Die Stiftung veranstaltet jährlich mit den „Aktionswochen gegen Antisemitismus“ die bundesweit größte Kampagne gegen Antisemitismus, im letzten Jahr mit dem Schwerpunkt „israelbezogener Antisemitismus“.

Vortrag:

Thomas Haury, Dr. phil., studierte Soziologie und Geschichte. Er promovierte zum Thema: „Antisemitismus von links. Kommunistische Ideologie, Nationalismus und Antizionismus in der frühen DDR“. Wissenschaftlicher Beirat der Amadeu Antonio Stiftung zur Ausstellung über Antisemitismus in der DDR.

Kommentar:
Stefan Kunath, Gründungsmitglied BAK Shalom und Sprecher AK Antisemitismus beim Studienwerk der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Dienstag, 21.06.2011 , 19 Uhr in der Amadeu Antonio Stiftung, Linienstr. 139, 10115 Berlin
Über eine Zusage bis zum 20. Juni an jan.riebe@amadeu-antonio-stiftung.de oder telefonisch unter 030/240 886 17 würden wir uns freuen!