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Archiv für Juli 2013

Vortrag am 31. Juli in Berlin: Konkurrenz der Mächte, Kampf der Identitäten – Über soziale Verwerfungen und ethnoreligiöse Konflikte im Nahen Osten und die wichtigsten Akteure vor und „hinter“ den Kulissen

Viel ist in den letzten Jahren des „arabischen Frühlings“ von Muslimbrüdern, Salafisten und Säkularen geschrieben und gesprochen worden, von Sunniten, Schiiten und Kopten, von Iran und Qatar, Ägypten und Syrien. Doch über das Augenscheinliche gingen Berichte und Kommentare selten hinaus, Analysen und Hintergründe suchte man vergeblich, ebenso Aussagen zu grundlegenden strukturellen sozialen oder historischen Zusammenhängen. Viele der Leser und Hörer und einige Journalisten wissen zudem kaum etwas über Alawiten, die ethnoreligiösen Mehrheitsverhältnisse im Irak oder die Ideologie der Muslimbrüder – was nicht verhindert, dass die Anzahl der diesbezüglichen Kommentare bzw. Meinungen Legion ist.

Wir wollen in dieser Veranstaltung „zurück auf Anfang“ gehen und die sozialen, ethnoreligiösen und politischen Hintergründe der aktuellen Umbrüche und blutigen Kämpfe im Nahen Osten thematisieren. Dabei soll es zum einen in einer historischen Perspektive um das Erbe kolonialer Grenzziehungen und Herrschaftsstrategien, um peripheren Kapitalismus und die spezifisch moderne Krisenbewältigungsideologie der Muslimbrüder gehen; zum anderen soll es um Armut in Ägypten oder Landflucht in Syrien als Grundlagen der dortigen Aufstände gehen sowie um die massive Einflußnahme des Iran, der Golfstaaten und anderer internationaler Akteure in der ganzen Region. Am Rande soll auch die Situation säkularer und ziviler oppositioneller Kräfte zur Sprache kommen.

Referent: Hannes Bode

Wo?
Amadeu-Antonio-Stiftung, Linienstraße 139, 10115 Berlin

Wann?
31. Juli 2013, 19 Uhr

Dies ist eine Veranstaltung des Antifaschistischen Berliner Bündnis gegen den Al Quds-Tag. Die Veranstaltung ist Teil der Mobilisierung gegen den diesjährigen „Al Quds“-Tag am 03. August in Berlin.

Das Event auf Facebook gibt es hier.

Bündnis mit Nebenwirkung – Vortrag und Diskussion mit Jörg Kronauer

Der sogenannte Anti-Terror-Krieg hat einen irrigen Eindruck erweckt: den Eindruck, islamistisch-reaktionäre Kräfte unterschiedlichster Ausprägung seien unversöhnliche Feinde des sich modern gebenden Westens. Historisch ist dieser Eindruck verfehlt: Immer wieder haben nicht nur die USA, sondern auch die Bundesrepublik islamistische Organisationen für ihre Zwecke eingespannt. Eines der bekanntesten Beispiele – aber längst nicht das einzige – ist der westlich-islamistische Krieg der 1980er Jahre gegen die prosowjetische Regierung Afghanistans und die Rote Armee. Der Konflikt, der in den „Anti-Terror-Krieg“ mündete, entstand, als die einstigen Verbündeten aus dem Ruder liefen und sich gegen den Westen wandten. Aktuell lebt der alte Pakt im Krieg gegen das syrische Assad-Regime wieder auf, in dem sich die USA und die EU-Staaten mit den islamistischen Staaten Saudi-Arabien und Qatar und sogar mit islamistischen Terroristen auf einer Seite wiederfinden. Die Veranstaltung beleuchtet die Geschichte der westlichen Kooperation mit dem Islamismus und ihre aktuellen Ausprägungen etwa im Syrien-Krieg.

Wo?
Tristeza (Pannierstr. 5 • 12047 Neukölln, Berlin)

Wann?
24. Juli 2013, 20 Uhr

Dies ist eine Veranstaltung des Antifaschistischen Berliner Bündnis gegen den Al Quds-Tag. Die Veranstaltung ist Teil der Mobilisierung gegen den diesjährigen „Al Quds“-Tag am 03. August in Berlin.

Das Event auf Facebook gibt es hier.

Befreite Gesellschaft & Israel – Über das Verhältnis von Kritischer Theorie und Zionismus – Vortrag und Diskussion mit Stephan Grigat

Vortrag von Stephan Grigat

Während die Studierenden Ende der 1960er-Jahre in den Nachfolgestaaten des Nationalsozialismus nach einem kurzen Erschrecken über ihre Eltern meinten, es sei eine prima Idee, dem „Volke zu dienen“ und einige sich gleich von den palästinensischen Fedajin ausbilden ließen, ahnten die nach Frankfurt zurückgekehrten Theodor W. Adorno und Max Horkheimer schon früh, wohin dieser deutsche Aufbruch führen würde und setzten dagegen die Solidarität mit den prospektiven Opfern. Diese Solidarität führte zwar nicht dazu, die Bedeutung des Zionismus in vollem Ausmaß zu erfassen, aber sie implizierte ganz selbstverständlich die Solidarität mit Israel als Zufluchtsstätte für alle vom Antisemitismus Bedrohten.

Der Zionismus ist die unmittelbare Antwort sowohl auf den europäischen als auch auf den arabischen und islamischen Antisemitismus. Wie ist das zwangsläufig im Zionismus existierende Spannungsverhältnis zwischen Universalismus und aufgezwungenem Partikularismus zu fassen? In welchem Verhältnis stehen zionistische Emanzipation und eine kritische Theorie der Gesellschaft? Was meint der von Adorno formulierte kategorische Imperativ, alles Handeln und Denken im Stande der Unfreiheit so einzurichten, dass Auschwitz oder Ähnliches sich nicht wiederhole, angesichts der Bedrohung durch das iranische Regime, sunnitische Islamisten und ihre europäischen Förderer? Und warum versetzen allein schon diese Fragestellungen und die Bezugnahme auf die Kritische Theorie deutsche Liberale dermaßen in Rage, dass sie all ihre Propagandakünste aufbieten, um gegen die „Wirren der Dialektik“ und „falsche Freunde Israels“ zu wettern?

Stephan Grigat ist Lehrbeauftragter an der Universität Wien, hat an der FU Berlin promoviert und war Forschungsstipendiat in Tel Aviv. Er ist Herausgeber von „Postnazismus revisited. Das Nachleben des Nationalsozialismus im 21. Jahrhundert“ und „Feindaufklärung & Reeducation. Kritische Theorie gegen Postnazismus & Islamismus“, Autor von „Fetisch & Freiheit. Über die Rezeption der Marxschen Fetischkritik, die Emanzipation von Staat und Kapital & die Kritik des Antisemitismus“ und Mitherausgeber von „Der Iran. Analyse einer islamischen Diktatur & ihrer europäischen Förderer“ sowie „Iran im Weltsystem. Bündnisse des Regimes & Perspektiven der Freiheitsbewegung“.

Wo?
Schankwirtschaft Laidak (Boddinstr. 42/43 • 12053 Neukölln, Berlin)

Wann?
1. Juli 2013, 19 Uhr

Dies ist eine Veranstaltung des Antifaschistischen Berliner Bündnis gegen den Al Quds-Tag. Die Veranstaltung ist Teil der Mobilisierung gegen den diesjährigen „Al Quds“-Tag am 03. August in Berlin.

Das Event auf Facebook gibt es hier.