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Vortrag mit Stephan Grigat am 18. Juli: Die Kritik des Antisemitismus und ihre Bedeutung im Umgang mit dem iranischen Regime

Der Staat Israel ist eine prekäre Nothilfemaßnahme gegen den Antisemitismus. Das iranische Regime droht seit der islamischen Revolution 1979 regelmäßig und bis zum heutigen Tag, Israel zu vernichten. Sollte sein Streben nach der nuklearen Option erfolgreich sein, könnte es diese Drohung wahr machen.

Was heißt vor diesem Hintergrund der kategorische Imperativ Theodor W. Adornos, dass es darum geht, „im Stande der Unfreiheit“ alles „Denken und Handeln so einzurichten, dass Auschwitz nicht sich wiederhole, nichts Ähnliches geschehe“? Warum haben gerade so viele Linke Probleme, die Bedrohung des jüdischen Staates eindeutig zu benennen und sich explizit gegen das iranische Regime und seine Verbündeten zu positionieren? Was bedeuten die Gefahren, die von Ajatollahs und Revolutionswächtern im Iran ausgehen, für eine grundsätzliche Kritik an Staat und Kapital, an Nation und Politik?

Der Vortrag wird die Grundzüge der islamistischen Ideologie des iranischen Regimes sowie die aus ihnen resultierende Bedrohung für Israel skizzieren und der Frage nachgehen, warum der neue Präsident Hassan Rohani im Westen gerne als „moderater Hoffnungsträger“ verharmlost und nicht als freundliches Gesicht des Terrors kritisiert wird. Abschließend soll der Frage nachgegangen werden, was es bedeutet, im schlechten Bestehenden das Schlimmste zu verhindern.

Zum Referenten:

Stephan Grigat ist Lehrbeauftragter an der Universität Wien, hat an der FU Berlin promoviert und war Forschungsstipendiat in Tel Aviv. Er ist Herausgeber von „Postnazismus revisited. Das Nachleben des Nationalsozialismus im 21. Jahrhundert“ und „Feindaufklärung & Reeducation. Kritische Theorie gegen Postnazismus & Islamismus“, Autor von „Fetisch & Freiheit. Über die Rezeption der Marxschen Fetischkritik, die Emanzipation von Staat und Kapital & die Kritik des Antisemitismus“ und Mitherausgeber von „Der Iran. Analyse einer islamischen Diktatur & ihrer europäischen Förderer“ sowie „Iran im Weltsystem. Bündnisse des Regimes & Perspektiven der Freiheitsbewegung“.

Wann?
Freitag, 18. Juli 2014, 19 Uhr

Wo?
ZGK/Scharni38, Scharnweberstr. 38, 10247 Berlin, Nähe U-Bahn-Station Samariterstraße

Dies ist eine Ver­an­stal­tung des An­ti­fa­schis­ti­schen Ber­li­ner Bünd­nis gegen den Al Quds-​Tag. Die Ver­an­stal­tung ist Teil der Mo­bi­li­sie­rung gegen den dies­jäh­ri­gen „Al Quds“-Tag am 26. Juli in Ber­lin.

Podiumsdiskussion: DIE LINKE ein halbes Jahr nach der Antisemitismusdebatte – Ist das Glas halb leer oder halb voll?

„Antisemiten als Koalitionspartner? Die Linkspartei zwischen antizionistischem Antisemitismus und dem Streben nach Regierungsfähigkeit“ – das ist die Überschrift des wissenschaftlichen Artikels von Samuel Salzborn und Sebastian Voigt, der schon vor der Veröffentlichung der Endversion zu einer mehrwöchigen Debatte in der Partei führte und in zwei Beschlüsse der Bundestagsfraktion mündete. In diesen wurden einerseits konkrete Schritte festgeschrieben, wie die Nichtteilnahme an der Gaza-Flotte, das klare Bekenntnis zur Zwei-Staaten-Lösung und die Absage an antiisraelischen Boykottaktionen. Andererseits wurde festgehalten, dass Kritik an Israel nicht per se antisemitisch ist, wodurch der Eindruck erweckt wurde, dass der Antisemitismusvorwurf lediglich wegen einer israelkritischen Haltung erhoben wurde.

Relativ schnell ging die Partei nach diesen Beschlüssen zur Tagesordnung über – Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin standen an. Unbeantwortet bleibt daher die Frage, welche konkreten Folgen die Beschlüsse für das Verständnis von Antisemitismus in der Partei – besonders hinsichtlich des Nahost-Konfliktes – haben wird. Wo steht die Partei ein halbes Jahr nach den Beschlüssen? Kann man mit innerparteilichen Veränderungen rechnen? Oder zerbricht die Partei sogar am Nahost-Konflikt? Gibt es eine Abkehr vom Antizionismus oder wird man sich weiterhin auf israelfeindliche Aktionen einstellen müssen? Diese Fragen diskutieren:

Dr. Klaus Lederer – Landesvorsitzender DIE LINKE Berlin, Mitglied im Abgeordnetenhaus
Prof. Dr. Mario Keßler – Historiker aus Berlin und Potsdam
Katharina König – Sprecherin für Jugendpolitik, Netzpolitik & Antifaschismus DIE LINKE im Thüringer Landtag
Moderation: Lena Kreck und Stefan Gerbing – beide Redaktion prager frühling

25. November 2011, 18 Uhr
Berlin, Karl-Liebknecht-Haus, Konferenzsaal I, Kleine Alexanderstraße 28, U-Bahn-Station Rosa-Luxemburg-Platz

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Aktionswochen gegen Antisemitismus statt.

Bitte verbreitet den Termin via Facebook!

Diskussionsveranstaltung: Renaissance eines Antisemitismus von links?

Die Amadeu Antonio Stiftung lädt ein:

In den letzten Wochen stand die Linkspartei wegen der gegen sie erhobenen Antisemitismusvorwürfe und ihrem Verhältnis zu Israel massiv in der Kritik. Einer Studie wirft der Linkspartei gar vor, der antizionistisch ausgerichtete Antisemitismus innerhalb der Linkspartei sei zu einer weitgehend konsensfähigen Position innerhalb der Partei geworden. Doch was sind die Ursachen für das Wiedererstarken antiimperialistischer und antizionistischer Positionen?

Als ein Grund wird genannt, dass mit der Vereinigung der Linkspartei aus der PDS und WASG sich auch in beiden Parteien vorhandene antiimperialistische und antizionistische Strömungen vereint haben und so an Bedeutung gewonnen haben.

In der Veranstaltung soll daher erörtert werden, ob der israelbezogene Antisemitismus der DDR und westdeutscher Linker durch die Linkspartei ein Comeback erlebt oder es sich aktuell bei der Israelfeindschaft in der Linkspartei um ein neues Phänomen handelt.

Ferner soll der Frage nachgegangen werden, wie stark israelfeindliche Positionen innerhalb der Linkspartei vertreten sind und ob die These stimmt, dass der antizionistisch ausgerichtete Antisemitismus nahezu konsensfähig in der Partei geworden ist.

Zudem soll diskutiert werden, wie israelbezogenen Antisemitismus begegnet werden kann, zumal er nicht auf Teile der Linkspartei beschränkt ist, sondern es sich um ein gesamtgesellschaftliches Problem handelt.

Einführung:
Anetta Kahane ist Vorstandsvorsitzende der 1998 gegründeten Amadeu Antonio Stiftung. Die Stiftung veranstaltet jährlich mit den „Aktionswochen gegen Antisemitismus“ die bundesweit größte Kampagne gegen Antisemitismus, im letzten Jahr mit dem Schwerpunkt „israelbezogener Antisemitismus“.

Vortrag:

Thomas Haury, Dr. phil., studierte Soziologie und Geschichte. Er promovierte zum Thema: „Antisemitismus von links. Kommunistische Ideologie, Nationalismus und Antizionismus in der frühen DDR“. Wissenschaftlicher Beirat der Amadeu Antonio Stiftung zur Ausstellung über Antisemitismus in der DDR.

Kommentar:
Stefan Kunath, Gründungsmitglied BAK Shalom und Sprecher AK Antisemitismus beim Studienwerk der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Dienstag, 21.06.2011 , 19 Uhr in der Amadeu Antonio Stiftung, Linienstr. 139, 10115 Berlin
Über eine Zusage bis zum 20. Juni an jan.riebe@amadeu-antonio-stiftung.de oder telefonisch unter 030/240 886 17 würden wir uns freuen!

„Feindbild Israel – der ewige Sündenbock“ – Vortrag online anhören

Der LAK Shalom Berlin und der Arbeitskreis Antisemitismus beim Studienwerk der Rosa-Luxemburg-Stiftung konnten den bekannten Autor Dr. Tilmann Tarach am 19.03.2011 im Karl-Liebknecht-Haus begrüßen. Sein Buch „Der ewige Sündenbock: Heiliger Krieg, die ‚Protokolle der Weisen von Zion‘ und die Verlogenheit der sogenannten Linken im Nahostkonflikt“ hat in weiten Teilen der Linken für Anerkennung und Diskussion gesorgt. In seinem Vortrag „Feindbild Israel – der ewige Sündenbock“, den er im bis zum letzten Platz gefüllten Saal der Bundesparteizentrale der Partei Die Linke hielt, sparte Dr. Tarach nicht mit seiner Kritik an der deutschen Linken, sondern diskutierte hierbei viele Themen an, zu denen sich auch der BAK Shalom in den letzten Jahren geäußert hatte.

Hierbei wies Dr. Tarach nach, dass das Interesse der sogenannten IsraelkritikerInnen nicht aus Nächstenliebe für die PalästinenserInnen erwächst, sondern es Ihnen nur um die Delegitimierung des jüdischen Staates geht. In diesem Kontext sind die PalästinenserInnen lediglich Mittel zum Zweck. Anders ist nicht zu erklären, warum an keiner Stelle die Lebensumstände und die nicht existenten Freiheiten der PalästinenserInnen im Libanon, Jordanien, Saudi-Arabien etc. verschwiegen werden. Rudimentäre Grundrechte werden ihnen verwehrt. Der Hass auf Israel und „die Juden“ soll dadurch generationenübergreifend konserviert werden, denn anstatt die jeweilige arabische Regierung verantwortlich zu machen, soll Israel die Schuld an den Lebensumständen der PalästinenserInnen im Libanon, Jordanien etc. zugeschrieben bekommen. Das israelische PalästinenserInnen hingegen alle staatsbürgerlichen Rechte genießen, findet keine Aufmerksamkeit oder wird absichtlich verschwiegen. Dass Israel, trotz aller Bemühungen, Probleme bei der Integration der palästinensischen Israelis hat, wurde an diesem Nachmittag nicht verschwiegen.


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Boykott israelischer Produkte verurteilt

Mitglieder und Sympathisant/innen der Partei DIE LINKE verurteilen den Boykott israelischer Produkte

Die Bremer Kampagne „Boykottiert Israels Früchte – Rettet das palästinensische Volk“ wurde bereits u.a. von dem renommierten Historiker Julius Schoeps als das entlarvt, was sie ist: Antisemitismus, der an die NS-Parole „Kauft nicht bei Juden“ erinnert.

Dieser Einschätzung schließen wir uns an.

Die Deutung der Boykottaktion liegt nicht in der Hoheit des “Bremer Friedensforum”, sondern bei den Betrachter_innen.

Somit schützt auch die vorab ausgegebene Distanzierung von der NS-Parole “Kauft nicht bei Juden” nicht vor der allzu berechtigten Kritik, an selbige anzuknüpfen.

Wir, die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner halten es zudem für eine irrationale und falsche Forderung des „Bremer Friedensforum“, eine ganze Volkswirtschaft für eine Politik, die man für kritikwürdig hält, in Geiselhaft zu nehmen. Diese Form der polarisierenden Symbolpolitik, wie sie das „Friedensforum Bremen“ praktiziert, schürt gesellschaftlich verbreitete antisemitische Vorurteile durch die Illusion einfacher Lösungen und einseitiger Schuldzuweisungen an den Staat der Holocaust-Überlebenden. Wir distanzieren uns von den, sich als Linke verstehenden, Protagonist/innen derartiger Boykottaktionen nicht nur in Bremen und erwarten eine eindeutige und deutliche Positionierung des Landesverbandes DIE LINKE Bremen sowie der Fraktion DIE LINKE in der Bremischen Bürgerschaft.

Die aktuelle Übersicht der UnterzeichnerInnen sind hier zu finden: http://haskala.de

Rede des LAK Shalom Berlin auf der Kundgebung gegen Finkelsteins Auftritt im Hotel Maritim

gehalten von Stefan Kunath

Der heutige Auftritt Finkelsteins hat eine Vorgeschichte, die sich ebenfalls in Berlin abspielte. Bereits im Februar sollte er hier sprechen. Eingeladen wurde er damals u.a. von der Berliner Landesarbeitsgemeinschaft „Frieden und internationale Politik“ innerhalb der Partei Die Linke. Nach mehreren Raum- und Finanzierungsabsagen fanden die OrganisatorInnen Hilfe bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung, die jedoch wenig später ihre Zusage zurück zog, nachdem Teile der Partei und des Jugendverband damit gedroht hatten, notfalls gegen die eigene parteinahe Stiftung zu demonstrieren.

Wenn es einen Juden gibt, den Antisemiten nicht hassen, dann ist es Finkelstein: In Prag mobilisierten im Februar 2010 tschechische Neonazis für seinen Vortrag. Die NPD-Zeitung Deutsche Stimme drückte ihr Bedauern aus, als Finkelstein seinen Vortrag in Berlin absagte und kritisierte, dass nun auch in der Linken die „Israel-Lobby“ gesiegt habe. Warum Nazis sich von der Absage so betroffen fühlten, hatte der österreichische Holocaustleugner Ernst Zündel schon Jahre zuvor auf den Punkt gebracht. Ich zitiere: „Finkelstein ist wie ein jüdischer David Irving.“ und weiter: „Er sagt alles – ausgenommen, dass die Gaskammer-Geschichte erfunden wurde.“

Freunde hat Finkelstein auch im Iran. Das klerikalfaschistische Regime von Ahmadinedschad lud ihn 2006 zur Holocaust-Konferenz nach Teheran ein. Erst sagte er zu, kam dann jedoch nicht. Grund: Die Iraner wollten ihm nicht das Pensum an Redezeit geben, das er gefordert hatte, denn andere Antisemiten sollten ebenso noch zu Wort kommen.

Auch diejenigen, die sich „links“ schimpfen, haben große Sympathie mit Finkelstein. Als Anfang 2010 sein Auftritt hier in Berlin verhindert wurde, polterte das antiimperialistische Lager von junge Welt bis hin zu Linkspartei-Abgeordneten, dass die Redefreiheit eingeschränkt worden wäre, weil – und hier unterschieden sich die Bezeichnungen – „Kriegstreiber“, „Mossad-Agenten“ oder gar „die linke SA“ zugeschlagen hätte. Der Ruf nach Redefreiheit ist die Visitenkarte des Antisemitien. „Man wird ja wohl noch sagen dürfen.“, lautet sein Kredo.

Ich will es ganz deutlich sagen: Uns geht es nicht um die Einschränkung von Redefreiheit, sondern um das Bekämpfen von Antisemitismus!

So ist selbstverständlich eine offene und plurale Diskussion über das Auschwitz-Gedenken wünschenswert und auf hohem Niveau möglich, wie sich am Beispiel der Debatte um den Aufbau Yad Vashems – der zentralen Holocaust-Gedenkstätte in Israel – zeigt. Generell jedes Auschwitz-Gedenken zu delegitimieren, wie es Finkelstein quasi tut, ist jedoch ein Angriff auf Israel selbst, denn der jüdische Staat ist ohne den historischen Hintergrund Auschwitz nicht zu erklären!

Deshalb möchte ich mit den Worten Fanny Englards schließen. Fanny ist die Vorsitzende der Organization of Former Nazi-Prizoners in Tel Aviv und sie sagt vollkommen zu Recht, ich zitiere:

„Israel ist ein jüdischer Staat und wir Holocaustüberlebende haben eine neue Heimat gefunden, in der wir neue Familien als Ersatz für unsere im Holocaust ermordeten Familien gründeten.“
Wir sagen daher klar und deutlich: Wer Finkelstein ein Podium gibt, unterstützt den Angriff auf das Gedenken!

Gegen Antizionismus und Geschichtsrevisionismus! Finkelsteins Propaganda stoppen. Keine Veranstaltung mit Finkelstein im Hotel Maritim.

Am 27. November 2010 organisiert der „Palästinensische Ärzte- und Apothekervereinigung Deutschland e. V. (PÄAV
e. V.).“ im Berliner „Maritim Hotel“ eine Veranstaltung mit dem US-Autor Norman Finkelstein als Referenten. Es ist der zweite Versuch in diesem Jahr, Finkelstein in Berlin sprechen zu lassen.

Norman G. Finkelstein macht in seinen Publikationen nicht nur jüdische NS-Überlebende zu den eigentlichen Nutznießer_innen der Geschichte, sondern ist vor allem für antizionistische Positionen bekannt. Seine Tiraden gegen den jüdischen Staat verbindet er stets mit der Solidarisierung gegenüber antisemitischen Organisationen wie der Hamas und der Hisbollah. Es ist kein Zufall, dass Finkelstein ein beliebter Referent für linke und islamische Antizionist_innen, Antisemit_innen und Nazis ist. Zugleich wird er von der neurechten Zeitung „Junge Freiheit“ sowie der antizionistischen „jungen Welt“ in höchsten Tönen gelobt und zu Veranstaltungen eingeladen. Er erfüllt die Rolle des jüdischen Kronzeugen, der die Einladenden nach außen vor der Kritik an antisemitischen Denkstrukturen immunisieren soll.

„I am going to honor the hizbullah; they show courage, and they show discipline, I respect that.” (Finkelstein in Interview mit dem libanesischen Fernsehen im Januar 2008)
In Berlin gab es zuletzt eine ganze Reihe öffentlicher Podien für notorische Israel-Hasser_innen, Antisemit_innen und Islamist_innen. Neben Finkelsteins neuerlicher Einladung nach Berlin sind beispielsweise die Demonstration zum sogenannten „Al-Quds-Tag“ und die Manifestationen nach der Übernahme der Gaza-Flottille durch die Israelische Armee im Mai zu nennen. Am „Al-Quds-Tag“ wird seit seiner Etablierung durch das Iranische Regime nach der erfolgten Revolution 1979 die Vernichtung Israels gefordert. Er wird nahezu in der gesamten islamischen Welt am Ende des Ramadan begangen. Beide Events gleichen sich hinsichtlich ihrer dort geäußerten Verdammungen Israels als „rassistischer“, „imperialistischer“ oder „kolonialer“ Unterdrücker der Palästinenser_innen. Im Gegensatz zum Al-Quds-Tag waren die Initiator_innen der Demonstrationen und öffentlichen Debatte nach dem Vorfall im Mittelmeer allerdings nicht nur Islamist_innen. Seit an Seit demonstrierten hier auch Mitglieder und Bundestagsabgeordnete der Partei Die Linke sowie Anhänger_innen linksradikaler Zusammenhänge aus Berlin gegen Israel. Selten zuvor konnte ein Ereignis Israelhasslinke und islamistische Kreise derart vereinen. Und nun der nächste Akt: die Beweisführung für die Unrechtsmäßigkeit Israels aus jüdischer Perspektive.

Norman Finkelstein setzt die Anschläge und Tötungen von Israelis durch die Hamas und Hisbollah mit dem Widerstandskampf bewaffneter Gruppen gegen Nazideutschland gleich. Laut Finkelstein handele im Umkehrschluss der Staat Israel so wie die Nationalsozialist_innen damals. Finkelsteins Bestseller „Die Holocaust-Industrie“ strickt die Relativierung der Shoah noch weiter. Hier wird die Existenz einer israelisch-amerikanischen Lobby unterstellt, die nicht nur finanziellen Gewinn aus der Geschichte der Vernichtung der Jüdinnen und Juden ziehe, sondern diese auch argumentativ zur Legitimierung von „Verbrechen“ gegen die palästinensische Bevölkerung benutze. Finkelstein schreibt dieser Lobby auch zu, international zu agieren sowie „die Verbrechen“ Israels deckeln zu wollen und knüpft damit an das alte antisemitische Bild einer jüdischen Weltverschwörung an. Seine Behauptung, der millionenfache Mord an den europäischen Jüdinnen und Juden habe letztendlich nur den Überlebenden genutzt, kann zynischer nicht sein.

Die Bücher, Thesen und Auftritte Finkelsteins sind somit argumentatives Futter für Antisemit_innen und Geschichtsrevisionist_innen in der ganzen Welt. Zeit also, diesem Treiben einen Riegel vorzuschieben. Wir fordern die Betreiber_innen des Hotels Maritim hiermit auf, dieser israelfeindlichen Propagandashow keine Räumlichkeiten zu bieten.
„Who wants war? Who wants destruction? Even Hitler didn’t want war.“ (ebenso Finkelstein im libanesischen Fernsehen im Januar 2008)

Gegen den Auftritt von Finkelstein in Berlin.
Für eine Gesellschaft ohne Antisemitismus.

Mobipage
Event auf Facebook

Protest gegen den Al-Quds-Tag: Gegen islamistische und antisemitische Propaganda auf Berlins Straßen – für die iranische Freiheitsbewegung

Seit 1979 folgen jährlich zum Ende des Fastenmonats Ramadan islamistische Organisationen weltweit dem Aufruf zum „Al-Quds-Tag“als Kampftag des politischen Islam. Ajatollah Khomeini forderte nach der islamistischen Machtergreifung im Iran seine Anhänger und Anhängerinnen zur weltweiten Ausbreitung der islamischen Revolution, zur „Befreiung“Jerusalems und zur Vernichtung Israels auf.

In dieser Tradition verbreitet der Präsident der Islamischen Republik Iran, Mahmoud Ahmadinejad, seit Jahren Hasspropaganda gegen die USA und Israel. Gleichzeitig unterstützt das Mullah-Regime mit Geld und Waffen antisemitisch ausgerichtete Terrororganisationen wie Hisbollah und Hamas gegen Israel und seine Verbündeten, es leugnet den Holocaust, arbeitet an seiner atomaren Bewaffnung, ignoriert Beschlüsse des UN-Sicherheitsrates und übt im Iran eine blutige Terrorherrschaft gegen die eigene Bevölkerung aus. Seit 1979 und besonders seit dem Aufstand von Millionen mutiger Iranerinnen und Iraner im Sommer 2009 werden politisch Andersdenkende, Angehörige religiöser, ethnischer und sexueller Minderheiten sowie Frauen verfolgt, gefoltert und ermordet.

Bis heute versuchen das Mullah-Regime und Anhänger des politischen Islam, den Al-Quds-Tag auch international als religiösen Feiertag zu etablieren. Nach den Aufklärungskampagnen unseres Gegenbündnisses wurde der Al-Quds-Tag zumindest in Deutschland von interreligiösen Kalendern entfernt.

Seit 1996 wird fast jedes Jahr in islamistischen Kreisen zum Al-Quds-Aufmarsch in Berlin mobilisiert. Dieses Jahr wird er für den 4. Septemb er angekündigt. Erneut ist eine Beteiligung von Neonazis und anderen Sympathisanten des Mullah-Regimes zu erwarten. Ihr Ziel ist klar: Die Solidaritätsbezeugungen mit den Palästineren werden zur Agitation gegen Israel, der einzigen freiheitlichen Demokratie im Nahen Osten, genutzt. Das menschenverachtende Regime der Islamischen Republik Iran wird öffentlich glorifiziert. Demokratie, Freiheit und Menschenrechte – wie sie in der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ definiert sind – werden verhöhnt. Unser Bündnis hat bewirkt, dass dies heute nicht mehr so offen geschieht wie in den Anfangsjahren, die Islamisten ihre Rhetorik entschärfen mussten und eine öffentliche Debatte zum Thema angestoßen wurde.

Wir – das sind verschiedene politisch und sozial engagierte Gruppen und Einzelpersonen – rufen deshalb auch in diesem Jahr zu einer Kundgebung gegen den antisemitischen und antidemokratischen „Al-Quds-Tag“ auf. Demonstrieren Sie gemeinsam mit uns gegen jede Form von antisemitischer, antiisraelischer und antiwestlicher Propaganda, gegen die Menschenrechtsverletzungen in der Islamischen Republik im Iran und für Solidarität mit der iranischen Freiheitsbewegung und mit Israel.

Initiativkreis:

- Jüdische Gemeinde zu Berlin
- Anti-Defamation Center – Bildungswerk für Demokratie und Kultur gemn. e.V. (ADC Bildungswerk)
- Jüdisches Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA)
- Green Party of Iran – Deutschland
- Stop the Bomb
- Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG) – Arbeitsgemeinschaft Berlin und Potsdam
- Mideast Freedom Forum Berlin (MFFB)
- Bund der Verfolgten des Naziregimes Berlin e.V. (BVN)
- Amadeu-Antonio-Stiftung, Berlin

Unterstützer (Stand 27.08.2010)

- Honestly Concerned e.V
- Pro Zion NRW
- I Like Israel e.V. (ILI),
- Hamburg für Israel,
- Stefan Hensel (Vizepräsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft DIG),
- Antifa Belzig,
- Israelis in Berlin,
- Jugendforum der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Berlin-Potsdam,
- Clarification of Fact,
- Redaktion haOlam.de
- LAK Shalom der Linksjugend [’solid] Berlin
- Eleonore Weider, Angelique Rode, Harald Rode (soltau)
- Lea Rosh, Vorsitzende Förderkreis „Denkmal für die ermordeten Juden Europas.V.“,
- Freundeskreis Israel in Regensburg und Oberbayern e.V.,
- Prof.Dr.Roland Hornung, Regensburg,
- Chana Steinwurz, Berlin, Sprecherin des JFDA,
- Dr. Elvira Grözinger
- Prof. Dr. Karl E. Grözinger
- WADI e.V.
- Pro-Israel-Initiative NEVER AGAIN
- SPME, Germany,
- Harald Eckert / Christen an der Seite Israels e.V.
- [moskito] Netzwerkstelle gegen Rechtsextremismus – Für Demokratie und Vielfalt
- Jusos Berlin,
- Regionalgruppe Berlin/Brandenburg des Arbeitskreises Jüdischer Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten,
- FL24 TV / Joachim Wolff,
- Margot Winkler, Berlin, Verwalt.Ang. ÖD,
- Judith Schwieder,
- P.G. Winfried Hochgrebe, Diplom-Politologe

4. September 2010, Beginn: 14 : 00 Uhr,

Ort: Kurfürstendamm / Joachimstaler Str., Nähe Bahnhof Zoo.

http://www.no-al-quds-tag.de
http://noalquds.blogsport.de