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Vortrag mit Stephan Grigat am 1. Dezember: Der Mufti & die Stalinisten. Zionistische und antizionistische Linke in Israel

Vortrag & Buchpräsentation mit Stephan Grigat

Sowohl die Kommunistische Partei in Israel und ihre Vorläufer im Mandatsgebiet Palästina als auch die späteren Linksradikalen haben systematisch zur Verharmlosung des Antisemitismus beigetragen. Im Bündnis mit der arabischen Nationalbewegung unter Führung von Amin el-Husseini in den 1930er-Jahren und bei der Verteidigung der stalinistischen Schauprozesse in den 1950ern haben die israelischen Bolschewisten und Stalinisten ihn aktiv unterstützt.
Aus der Erfahrung, dass Israel-Feinde in Deutschland sich stets auf gewisse Fraktionen der israelischen Linken beziehen, soll die Frage gestellt werden, wie der linke Antizionismus vor dem Hintergrund der Grundintention des Zionismus charakterisiert werden kann. In welchem Verhältnis stehen zionistische und antizionistische Linke im jüdischen Staat? Wie beeinflusst die Geschichte der Israelischen Kommunistischen Partei oder der antizionistischen Matzpen aktuelle Positionierungen der Linken? Welche Rolle spielt die israelische Linke für die europäische Nahost-Debatte und welche Funktion haben die antizionistische Linke und eine linkszionistische Kritik für die israelische Gesellschaft?

Stephan Grigat ist Lehrbeauftragter an den Universitäten Wien und Graz. Soeben ist im Konkret-Verlag sein Buch Die Einsamkeit Israels. Zionismus, die israelische Linke und die iranische Bedrohung erschienen, in dem sich u.a. Kapitel zur Geschichte der israelischen Kommunistischen Partei und zum gegenwärtigen Antizionismus im jüdischen Staat finden.

Wann?
01.12.2014, 19 Uhr

Wo?
Schankwirtschaft Laidak, Boddinstr. 42/43, 12053 Neukölln, Berlin

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Aktionswochen gegen Antisemitismus statt und wurde vom Landesarbeitskreis (LAK) Shalom der Linksjugend [’solid] Berlin organisiert.

>>> Event auf Facebook

Vortrag mit Stephan Grigat am 18. Juli: Die Kritik des Antisemitismus und ihre Bedeutung im Umgang mit dem iranischen Regime

Der Staat Israel ist eine prekäre Nothilfemaßnahme gegen den Antisemitismus. Das iranische Regime droht seit der islamischen Revolution 1979 regelmäßig und bis zum heutigen Tag, Israel zu vernichten. Sollte sein Streben nach der nuklearen Option erfolgreich sein, könnte es diese Drohung wahr machen.

Was heißt vor diesem Hintergrund der kategorische Imperativ Theodor W. Adornos, dass es darum geht, „im Stande der Unfreiheit“ alles „Denken und Handeln so einzurichten, dass Auschwitz nicht sich wiederhole, nichts Ähnliches geschehe“? Warum haben gerade so viele Linke Probleme, die Bedrohung des jüdischen Staates eindeutig zu benennen und sich explizit gegen das iranische Regime und seine Verbündeten zu positionieren? Was bedeuten die Gefahren, die von Ajatollahs und Revolutionswächtern im Iran ausgehen, für eine grundsätzliche Kritik an Staat und Kapital, an Nation und Politik?

Der Vortrag wird die Grundzüge der islamistischen Ideologie des iranischen Regimes sowie die aus ihnen resultierende Bedrohung für Israel skizzieren und der Frage nachgehen, warum der neue Präsident Hassan Rohani im Westen gerne als „moderater Hoffnungsträger“ verharmlost und nicht als freundliches Gesicht des Terrors kritisiert wird. Abschließend soll der Frage nachgegangen werden, was es bedeutet, im schlechten Bestehenden das Schlimmste zu verhindern.

Zum Referenten:

Stephan Grigat ist Lehrbeauftragter an der Universität Wien, hat an der FU Berlin promoviert und war Forschungsstipendiat in Tel Aviv. Er ist Herausgeber von „Postnazismus revisited. Das Nachleben des Nationalsozialismus im 21. Jahrhundert“ und „Feindaufklärung & Reeducation. Kritische Theorie gegen Postnazismus & Islamismus“, Autor von „Fetisch & Freiheit. Über die Rezeption der Marxschen Fetischkritik, die Emanzipation von Staat und Kapital & die Kritik des Antisemitismus“ und Mitherausgeber von „Der Iran. Analyse einer islamischen Diktatur & ihrer europäischen Förderer“ sowie „Iran im Weltsystem. Bündnisse des Regimes & Perspektiven der Freiheitsbewegung“.

Wann?
Freitag, 18. Juli 2014, 19 Uhr

Wo?
ZGK/Scharni38, Scharnweberstr. 38, 10247 Berlin, Nähe U-Bahn-Station Samariterstraße

Dies ist eine Ver­an­stal­tung des An­ti­fa­schis­ti­schen Ber­li­ner Bünd­nis gegen den Al Quds-​Tag. Die Ver­an­stal­tung ist Teil der Mo­bi­li­sie­rung gegen den dies­jäh­ri­gen „Al Quds“-Tag am 26. Juli in Ber­lin.

Befreite Gesellschaft & Israel – Über das Verhältnis von Kritischer Theorie und Zionismus – Vortrag und Diskussion mit Stephan Grigat

Vortrag von Stephan Grigat

Während die Studierenden Ende der 1960er-Jahre in den Nachfolgestaaten des Nationalsozialismus nach einem kurzen Erschrecken über ihre Eltern meinten, es sei eine prima Idee, dem „Volke zu dienen“ und einige sich gleich von den palästinensischen Fedajin ausbilden ließen, ahnten die nach Frankfurt zurückgekehrten Theodor W. Adorno und Max Horkheimer schon früh, wohin dieser deutsche Aufbruch führen würde und setzten dagegen die Solidarität mit den prospektiven Opfern. Diese Solidarität führte zwar nicht dazu, die Bedeutung des Zionismus in vollem Ausmaß zu erfassen, aber sie implizierte ganz selbstverständlich die Solidarität mit Israel als Zufluchtsstätte für alle vom Antisemitismus Bedrohten.

Der Zionismus ist die unmittelbare Antwort sowohl auf den europäischen als auch auf den arabischen und islamischen Antisemitismus. Wie ist das zwangsläufig im Zionismus existierende Spannungsverhältnis zwischen Universalismus und aufgezwungenem Partikularismus zu fassen? In welchem Verhältnis stehen zionistische Emanzipation und eine kritische Theorie der Gesellschaft? Was meint der von Adorno formulierte kategorische Imperativ, alles Handeln und Denken im Stande der Unfreiheit so einzurichten, dass Auschwitz oder Ähnliches sich nicht wiederhole, angesichts der Bedrohung durch das iranische Regime, sunnitische Islamisten und ihre europäischen Förderer? Und warum versetzen allein schon diese Fragestellungen und die Bezugnahme auf die Kritische Theorie deutsche Liberale dermaßen in Rage, dass sie all ihre Propagandakünste aufbieten, um gegen die „Wirren der Dialektik“ und „falsche Freunde Israels“ zu wettern?

Stephan Grigat ist Lehrbeauftragter an der Universität Wien, hat an der FU Berlin promoviert und war Forschungsstipendiat in Tel Aviv. Er ist Herausgeber von „Postnazismus revisited. Das Nachleben des Nationalsozialismus im 21. Jahrhundert“ und „Feindaufklärung & Reeducation. Kritische Theorie gegen Postnazismus & Islamismus“, Autor von „Fetisch & Freiheit. Über die Rezeption der Marxschen Fetischkritik, die Emanzipation von Staat und Kapital & die Kritik des Antisemitismus“ und Mitherausgeber von „Der Iran. Analyse einer islamischen Diktatur & ihrer europäischen Förderer“ sowie „Iran im Weltsystem. Bündnisse des Regimes & Perspektiven der Freiheitsbewegung“.

Wo?
Schankwirtschaft Laidak (Boddinstr. 42/43 • 12053 Neukölln, Berlin)

Wann?
1. Juli 2013, 19 Uhr

Dies ist eine Veranstaltung des Antifaschistischen Berliner Bündnis gegen den Al Quds-Tag. Die Veranstaltung ist Teil der Mobilisierung gegen den diesjährigen „Al Quds“-Tag am 03. August in Berlin.

Das Event auf Facebook gibt es hier.

„Feindbild Israel – der ewige Sündenbock“ – Vortrag online anhören

Der LAK Shalom Berlin und der Arbeitskreis Antisemitismus beim Studienwerk der Rosa-Luxemburg-Stiftung konnten den bekannten Autor Dr. Tilmann Tarach am 19.03.2011 im Karl-Liebknecht-Haus begrüßen. Sein Buch „Der ewige Sündenbock: Heiliger Krieg, die ‚Protokolle der Weisen von Zion‘ und die Verlogenheit der sogenannten Linken im Nahostkonflikt“ hat in weiten Teilen der Linken für Anerkennung und Diskussion gesorgt. In seinem Vortrag „Feindbild Israel – der ewige Sündenbock“, den er im bis zum letzten Platz gefüllten Saal der Bundesparteizentrale der Partei Die Linke hielt, sparte Dr. Tarach nicht mit seiner Kritik an der deutschen Linken, sondern diskutierte hierbei viele Themen an, zu denen sich auch der BAK Shalom in den letzten Jahren geäußert hatte.

Hierbei wies Dr. Tarach nach, dass das Interesse der sogenannten IsraelkritikerInnen nicht aus Nächstenliebe für die PalästinenserInnen erwächst, sondern es Ihnen nur um die Delegitimierung des jüdischen Staates geht. In diesem Kontext sind die PalästinenserInnen lediglich Mittel zum Zweck. Anders ist nicht zu erklären, warum an keiner Stelle die Lebensumstände und die nicht existenten Freiheiten der PalästinenserInnen im Libanon, Jordanien, Saudi-Arabien etc. verschwiegen werden. Rudimentäre Grundrechte werden ihnen verwehrt. Der Hass auf Israel und „die Juden“ soll dadurch generationenübergreifend konserviert werden, denn anstatt die jeweilige arabische Regierung verantwortlich zu machen, soll Israel die Schuld an den Lebensumständen der PalästinenserInnen im Libanon, Jordanien etc. zugeschrieben bekommen. Das israelische PalästinenserInnen hingegen alle staatsbürgerlichen Rechte genießen, findet keine Aufmerksamkeit oder wird absichtlich verschwiegen. Dass Israel, trotz aller Bemühungen, Probleme bei der Integration der palästinensischen Israelis hat, wurde an diesem Nachmittag nicht verschwiegen.


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Boykott israelischer Produkte verurteilt

Mitglieder und Sympathisant/innen der Partei DIE LINKE verurteilen den Boykott israelischer Produkte

Die Bremer Kampagne „Boykottiert Israels Früchte – Rettet das palästinensische Volk“ wurde bereits u.a. von dem renommierten Historiker Julius Schoeps als das entlarvt, was sie ist: Antisemitismus, der an die NS-Parole „Kauft nicht bei Juden“ erinnert.

Dieser Einschätzung schließen wir uns an.

Die Deutung der Boykottaktion liegt nicht in der Hoheit des “Bremer Friedensforum”, sondern bei den Betrachter_innen.

Somit schützt auch die vorab ausgegebene Distanzierung von der NS-Parole “Kauft nicht bei Juden” nicht vor der allzu berechtigten Kritik, an selbige anzuknüpfen.

Wir, die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner halten es zudem für eine irrationale und falsche Forderung des „Bremer Friedensforum“, eine ganze Volkswirtschaft für eine Politik, die man für kritikwürdig hält, in Geiselhaft zu nehmen. Diese Form der polarisierenden Symbolpolitik, wie sie das „Friedensforum Bremen“ praktiziert, schürt gesellschaftlich verbreitete antisemitische Vorurteile durch die Illusion einfacher Lösungen und einseitiger Schuldzuweisungen an den Staat der Holocaust-Überlebenden. Wir distanzieren uns von den, sich als Linke verstehenden, Protagonist/innen derartiger Boykottaktionen nicht nur in Bremen und erwarten eine eindeutige und deutliche Positionierung des Landesverbandes DIE LINKE Bremen sowie der Fraktion DIE LINKE in der Bremischen Bürgerschaft.

Die aktuelle Übersicht der UnterzeichnerInnen sind hier zu finden: http://haskala.de

»Feindbild Israel – der ewige Sündenbock«

Vortrag und Diskussion mit Dr. Tilman Tarach

19.03.2011 | 15 Uhr
Karl-Liebknecht-Haus | U-Bahn-Station Rosa-Luxemburg-Platz | Berlin

Über keinen Staat gibt es so viele Gerüchte wie über Israel. Tilman Tarach zeigt, dass die deutschen Medien, aber auch Organisationen wie die Uno und jede Menge »Israelkritiker« den Stoff liefern, aus dem diese diffamierenden Legenden gestrickt werden. Die alte Parole »Die Juden sind schuld« wird heute in weiten Teilen der Gesellschaft begierig auf den jüdischen Staat angewendet, und zwar reichlich unabhängig davon, wie er sich verhält.

Feindbild Israel - der ewige Sündenbock

Tilman Tarach zeichnet die entscheidenden historischen und aktuellen Aspekte des Nahostkonflikts nach und zeigt auf, welch groteskes zweierlei Maß in der allgemeinen Debatte um Israel Anwendung findet. Die dargelegten Fakten und Zusammenhänge werden selbst viele Freunde Israels überraschen; den ApologetInnen einer wohlfeilen »Israelkritik« hingegen sind sie unangenehm.

Tilman Tarach ist Jurist aus Freiburg im Breisgau und Autor des Buches »Der ewige Sündenbock. Heiliger Krieg, die ‘Protokolle der Weisen von Zion’ und die Verlogenheit der sogenannten Linken im Nahostkonflikt«. Artikel von ihm erschienen in Konkret und Jerusalem Post.

Die Veranstaltung wird vom Landesarbeitskreis Shalom Berlin in der Linksjugend [’solid] und dem stipendiatischen Arbeitskreis Antisemitismus beim Studienwerk der Rosa-Luxemburg-Stiftung organisiert. Die VeranstalterInnen behalten es sich vor, AntisemitInnen des Raumes zu verweisen.

Rede des LAK Shalom Berlin auf der Kundgebung gegen Finkelsteins Auftritt im Hotel Maritim

gehalten von Stefan Kunath

Der heutige Auftritt Finkelsteins hat eine Vorgeschichte, die sich ebenfalls in Berlin abspielte. Bereits im Februar sollte er hier sprechen. Eingeladen wurde er damals u.a. von der Berliner Landesarbeitsgemeinschaft „Frieden und internationale Politik“ innerhalb der Partei Die Linke. Nach mehreren Raum- und Finanzierungsabsagen fanden die OrganisatorInnen Hilfe bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung, die jedoch wenig später ihre Zusage zurück zog, nachdem Teile der Partei und des Jugendverband damit gedroht hatten, notfalls gegen die eigene parteinahe Stiftung zu demonstrieren.

Wenn es einen Juden gibt, den Antisemiten nicht hassen, dann ist es Finkelstein: In Prag mobilisierten im Februar 2010 tschechische Neonazis für seinen Vortrag. Die NPD-Zeitung Deutsche Stimme drückte ihr Bedauern aus, als Finkelstein seinen Vortrag in Berlin absagte und kritisierte, dass nun auch in der Linken die „Israel-Lobby“ gesiegt habe. Warum Nazis sich von der Absage so betroffen fühlten, hatte der österreichische Holocaustleugner Ernst Zündel schon Jahre zuvor auf den Punkt gebracht. Ich zitiere: „Finkelstein ist wie ein jüdischer David Irving.“ und weiter: „Er sagt alles – ausgenommen, dass die Gaskammer-Geschichte erfunden wurde.“

Freunde hat Finkelstein auch im Iran. Das klerikalfaschistische Regime von Ahmadinedschad lud ihn 2006 zur Holocaust-Konferenz nach Teheran ein. Erst sagte er zu, kam dann jedoch nicht. Grund: Die Iraner wollten ihm nicht das Pensum an Redezeit geben, das er gefordert hatte, denn andere Antisemiten sollten ebenso noch zu Wort kommen.

Auch diejenigen, die sich „links“ schimpfen, haben große Sympathie mit Finkelstein. Als Anfang 2010 sein Auftritt hier in Berlin verhindert wurde, polterte das antiimperialistische Lager von junge Welt bis hin zu Linkspartei-Abgeordneten, dass die Redefreiheit eingeschränkt worden wäre, weil – und hier unterschieden sich die Bezeichnungen – „Kriegstreiber“, „Mossad-Agenten“ oder gar „die linke SA“ zugeschlagen hätte. Der Ruf nach Redefreiheit ist die Visitenkarte des Antisemitien. „Man wird ja wohl noch sagen dürfen.“, lautet sein Kredo.

Ich will es ganz deutlich sagen: Uns geht es nicht um die Einschränkung von Redefreiheit, sondern um das Bekämpfen von Antisemitismus!

So ist selbstverständlich eine offene und plurale Diskussion über das Auschwitz-Gedenken wünschenswert und auf hohem Niveau möglich, wie sich am Beispiel der Debatte um den Aufbau Yad Vashems – der zentralen Holocaust-Gedenkstätte in Israel – zeigt. Generell jedes Auschwitz-Gedenken zu delegitimieren, wie es Finkelstein quasi tut, ist jedoch ein Angriff auf Israel selbst, denn der jüdische Staat ist ohne den historischen Hintergrund Auschwitz nicht zu erklären!

Deshalb möchte ich mit den Worten Fanny Englards schließen. Fanny ist die Vorsitzende der Organization of Former Nazi-Prizoners in Tel Aviv und sie sagt vollkommen zu Recht, ich zitiere:

„Israel ist ein jüdischer Staat und wir Holocaustüberlebende haben eine neue Heimat gefunden, in der wir neue Familien als Ersatz für unsere im Holocaust ermordeten Familien gründeten.“
Wir sagen daher klar und deutlich: Wer Finkelstein ein Podium gibt, unterstützt den Angriff auf das Gedenken!

Gegen Antizionismus und Geschichtsrevisionismus! Finkelsteins Propaganda stoppen. Keine Veranstaltung mit Finkelstein im Hotel Maritim.

Am 27. November 2010 organisiert der „Palästinensische Ärzte- und Apothekervereinigung Deutschland e. V. (PÄAV
e. V.).“ im Berliner „Maritim Hotel“ eine Veranstaltung mit dem US-Autor Norman Finkelstein als Referenten. Es ist der zweite Versuch in diesem Jahr, Finkelstein in Berlin sprechen zu lassen.

Norman G. Finkelstein macht in seinen Publikationen nicht nur jüdische NS-Überlebende zu den eigentlichen Nutznießer_innen der Geschichte, sondern ist vor allem für antizionistische Positionen bekannt. Seine Tiraden gegen den jüdischen Staat verbindet er stets mit der Solidarisierung gegenüber antisemitischen Organisationen wie der Hamas und der Hisbollah. Es ist kein Zufall, dass Finkelstein ein beliebter Referent für linke und islamische Antizionist_innen, Antisemit_innen und Nazis ist. Zugleich wird er von der neurechten Zeitung „Junge Freiheit“ sowie der antizionistischen „jungen Welt“ in höchsten Tönen gelobt und zu Veranstaltungen eingeladen. Er erfüllt die Rolle des jüdischen Kronzeugen, der die Einladenden nach außen vor der Kritik an antisemitischen Denkstrukturen immunisieren soll.

„I am going to honor the hizbullah; they show courage, and they show discipline, I respect that.” (Finkelstein in Interview mit dem libanesischen Fernsehen im Januar 2008)
In Berlin gab es zuletzt eine ganze Reihe öffentlicher Podien für notorische Israel-Hasser_innen, Antisemit_innen und Islamist_innen. Neben Finkelsteins neuerlicher Einladung nach Berlin sind beispielsweise die Demonstration zum sogenannten „Al-Quds-Tag“ und die Manifestationen nach der Übernahme der Gaza-Flottille durch die Israelische Armee im Mai zu nennen. Am „Al-Quds-Tag“ wird seit seiner Etablierung durch das Iranische Regime nach der erfolgten Revolution 1979 die Vernichtung Israels gefordert. Er wird nahezu in der gesamten islamischen Welt am Ende des Ramadan begangen. Beide Events gleichen sich hinsichtlich ihrer dort geäußerten Verdammungen Israels als „rassistischer“, „imperialistischer“ oder „kolonialer“ Unterdrücker der Palästinenser_innen. Im Gegensatz zum Al-Quds-Tag waren die Initiator_innen der Demonstrationen und öffentlichen Debatte nach dem Vorfall im Mittelmeer allerdings nicht nur Islamist_innen. Seit an Seit demonstrierten hier auch Mitglieder und Bundestagsabgeordnete der Partei Die Linke sowie Anhänger_innen linksradikaler Zusammenhänge aus Berlin gegen Israel. Selten zuvor konnte ein Ereignis Israelhasslinke und islamistische Kreise derart vereinen. Und nun der nächste Akt: die Beweisführung für die Unrechtsmäßigkeit Israels aus jüdischer Perspektive.

Norman Finkelstein setzt die Anschläge und Tötungen von Israelis durch die Hamas und Hisbollah mit dem Widerstandskampf bewaffneter Gruppen gegen Nazideutschland gleich. Laut Finkelstein handele im Umkehrschluss der Staat Israel so wie die Nationalsozialist_innen damals. Finkelsteins Bestseller „Die Holocaust-Industrie“ strickt die Relativierung der Shoah noch weiter. Hier wird die Existenz einer israelisch-amerikanischen Lobby unterstellt, die nicht nur finanziellen Gewinn aus der Geschichte der Vernichtung der Jüdinnen und Juden ziehe, sondern diese auch argumentativ zur Legitimierung von „Verbrechen“ gegen die palästinensische Bevölkerung benutze. Finkelstein schreibt dieser Lobby auch zu, international zu agieren sowie „die Verbrechen“ Israels deckeln zu wollen und knüpft damit an das alte antisemitische Bild einer jüdischen Weltverschwörung an. Seine Behauptung, der millionenfache Mord an den europäischen Jüdinnen und Juden habe letztendlich nur den Überlebenden genutzt, kann zynischer nicht sein.

Die Bücher, Thesen und Auftritte Finkelsteins sind somit argumentatives Futter für Antisemit_innen und Geschichtsrevisionist_innen in der ganzen Welt. Zeit also, diesem Treiben einen Riegel vorzuschieben. Wir fordern die Betreiber_innen des Hotels Maritim hiermit auf, dieser israelfeindlichen Propagandashow keine Räumlichkeiten zu bieten.
„Who wants war? Who wants destruction? Even Hitler didn’t want war.“ (ebenso Finkelstein im libanesischen Fernsehen im Januar 2008)

Gegen den Auftritt von Finkelstein in Berlin.
Für eine Gesellschaft ohne Antisemitismus.

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