Save Israel
Archiv « LAK Shalom Berlin

Archiv der Kategorie 'Israel'

IsraelSoliCamp 2010

Das IsraelSoliCamp wird vom 3. bis 5. Dezember soll in Hüll (bei Hamburg) als Workshop- und Vernetzungs-Event mit BarCamp-Charakter (vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/BarCamp) statt finden. Wie bei anderen BarCamps (auch „Un-Konferenzen“ genannt), sind dabei alle teilnehmenden Personen aktive GestalterInnen und nicht bloß passive ZuhörerInnen. Die Workshops, Vorträge, Sessions und sonstigen Inhalte des IsraelSoliCamps werden nicht vorgegeben, sondern können und sollen von allen Teilnehmenden eingebracht werden.

Die Teilnahme an den jeweiligen Angeboten ist optional und das Camp bieten zudem Raum, informelle Gespräche zu führen, ob während der Sessions, bei Kaffee und Kuchen oder einer Party am Samstagabend. Neben vielen anderen Programmpunkten wird es die Möglich- keit geben, den Film „The Case for Israel“ mit Alan Dershowitz zu sehen und zu diskutieren. Ziel der Veranstaltung ist zum einen ein inhaltlicher Austausch über Themen rund um Israel, den Nahostkonflikt sowie über die Bekämpfung von Antisemitismus und Antizionismus. Zum anderen soll das IsraelSoliCamp zur Vernetzung von israelsolidarische Gruppen und Einzelpersonen (z.B. Blogger_innen, Journalist_innen) beitragen. Das IsraelSoliCamp ist dabei gruppen- und konfessionsübergreifend konzipiert und parteiunabhängig.

Unter http://israelsolicamp.mixxt.org/ können sich Interessierte über das IsraelSoliCamp informieren, sich an der Vorbereitung und inhaltlichen Planung beteiligen und vorab austauschen. Mitarbeit und Ideen für die konkrete Ausgestaltung der Veranstal- tung sind ausdrücklich gewünscht. Eine Anmeldung (http://abc-huell.de) ist unbedingt notwendig. Teilnahmebeitrag: 45,-€ (35,- € ermäßigt) inkl. Unterkunft und Vollverpflegung. Weitere Informationen, Kontakt- und Austauschmöglichkeit sind auf unser Webseite zu finden.

Veranstalter:

* ABC Bildungs- und Tagungszentrum e.V. – abc-huell.de

* DIKA – Verein zur Förderung des Deutsch-Israelischen Kulturaustauschs e.V. – dikaev.wordpress.com

* Hamburg für Israel – hamburgfuerisrael.wordpress.com

* Freundeskreis der Bezalel Academy of Arts & Design Jerusalem in Deutschland e.V

Termin: 03.-05.12.2010
Teilnahmebeitrag: 45,-€ (35,- € ermäßigt) inkl. Unterkunft und Vollverpflegung.
Anmeldung und weitere Informationen

Protest gegen den Al-Quds-Tag: Gegen islamistische und antisemitische Propaganda auf Berlins Straßen – für die iranische Freiheitsbewegung

Seit 1979 folgen jährlich zum Ende des Fastenmonats Ramadan islamistische Organisationen weltweit dem Aufruf zum „Al-Quds-Tag“als Kampftag des politischen Islam. Ajatollah Khomeini forderte nach der islamistischen Machtergreifung im Iran seine Anhänger und Anhängerinnen zur weltweiten Ausbreitung der islamischen Revolution, zur „Befreiung“Jerusalems und zur Vernichtung Israels auf.

In dieser Tradition verbreitet der Präsident der Islamischen Republik Iran, Mahmoud Ahmadinejad, seit Jahren Hasspropaganda gegen die USA und Israel. Gleichzeitig unterstützt das Mullah-Regime mit Geld und Waffen antisemitisch ausgerichtete Terrororganisationen wie Hisbollah und Hamas gegen Israel und seine Verbündeten, es leugnet den Holocaust, arbeitet an seiner atomaren Bewaffnung, ignoriert Beschlüsse des UN-Sicherheitsrates und übt im Iran eine blutige Terrorherrschaft gegen die eigene Bevölkerung aus. Seit 1979 und besonders seit dem Aufstand von Millionen mutiger Iranerinnen und Iraner im Sommer 2009 werden politisch Andersdenkende, Angehörige religiöser, ethnischer und sexueller Minderheiten sowie Frauen verfolgt, gefoltert und ermordet.

Bis heute versuchen das Mullah-Regime und Anhänger des politischen Islam, den Al-Quds-Tag auch international als religiösen Feiertag zu etablieren. Nach den Aufklärungskampagnen unseres Gegenbündnisses wurde der Al-Quds-Tag zumindest in Deutschland von interreligiösen Kalendern entfernt.

Seit 1996 wird fast jedes Jahr in islamistischen Kreisen zum Al-Quds-Aufmarsch in Berlin mobilisiert. Dieses Jahr wird er für den 4. Septemb er angekündigt. Erneut ist eine Beteiligung von Neonazis und anderen Sympathisanten des Mullah-Regimes zu erwarten. Ihr Ziel ist klar: Die Solidaritätsbezeugungen mit den Palästineren werden zur Agitation gegen Israel, der einzigen freiheitlichen Demokratie im Nahen Osten, genutzt. Das menschenverachtende Regime der Islamischen Republik Iran wird öffentlich glorifiziert. Demokratie, Freiheit und Menschenrechte – wie sie in der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ definiert sind – werden verhöhnt. Unser Bündnis hat bewirkt, dass dies heute nicht mehr so offen geschieht wie in den Anfangsjahren, die Islamisten ihre Rhetorik entschärfen mussten und eine öffentliche Debatte zum Thema angestoßen wurde.

Wir – das sind verschiedene politisch und sozial engagierte Gruppen und Einzelpersonen – rufen deshalb auch in diesem Jahr zu einer Kundgebung gegen den antisemitischen und antidemokratischen „Al-Quds-Tag“ auf. Demonstrieren Sie gemeinsam mit uns gegen jede Form von antisemitischer, antiisraelischer und antiwestlicher Propaganda, gegen die Menschenrechtsverletzungen in der Islamischen Republik im Iran und für Solidarität mit der iranischen Freiheitsbewegung und mit Israel.

Initiativkreis:

- Jüdische Gemeinde zu Berlin
- Anti-Defamation Center – Bildungswerk für Demokratie und Kultur gemn. e.V. (ADC Bildungswerk)
- Jüdisches Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA)
- Green Party of Iran – Deutschland
- Stop the Bomb
- Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG) – Arbeitsgemeinschaft Berlin und Potsdam
- Mideast Freedom Forum Berlin (MFFB)
- Bund der Verfolgten des Naziregimes Berlin e.V. (BVN)
- Amadeu-Antonio-Stiftung, Berlin

Unterstützer (Stand 27.08.2010)

- Honestly Concerned e.V
- Pro Zion NRW
- I Like Israel e.V. (ILI),
- Hamburg für Israel,
- Stefan Hensel (Vizepräsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft DIG),
- Antifa Belzig,
- Israelis in Berlin,
- Jugendforum der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Berlin-Potsdam,
- Clarification of Fact,
- Redaktion haOlam.de
- LAK Shalom der Linksjugend [’solid] Berlin
- Eleonore Weider, Angelique Rode, Harald Rode (soltau)
- Lea Rosh, Vorsitzende Förderkreis „Denkmal für die ermordeten Juden Europas.V.“,
- Freundeskreis Israel in Regensburg und Oberbayern e.V.,
- Prof.Dr.Roland Hornung, Regensburg,
- Chana Steinwurz, Berlin, Sprecherin des JFDA,
- Dr. Elvira Grözinger
- Prof. Dr. Karl E. Grözinger
- WADI e.V.
- Pro-Israel-Initiative NEVER AGAIN
- SPME, Germany,
- Harald Eckert / Christen an der Seite Israels e.V.
- [moskito] Netzwerkstelle gegen Rechtsextremismus – Für Demokratie und Vielfalt
- Jusos Berlin,
- Regionalgruppe Berlin/Brandenburg des Arbeitskreises Jüdischer Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten,
- FL24 TV / Joachim Wolff,
- Margot Winkler, Berlin, Verwalt.Ang. ÖD,
- Judith Schwieder,
- P.G. Winfried Hochgrebe, Diplom-Politologe

4. September 2010, Beginn: 14 : 00 Uhr,

Ort: Kurfürstendamm / Joachimstaler Str., Nähe Bahnhof Zoo.

http://www.no-al-quds-tag.de
http://noalquds.blogsport.de

Stellungnahme des BAK Shalom zu den Reaktionen auf den Stopp der Free Gaza-Flottille

Was sich am 31. Mai vor der Küste Gazas abgespielt hat, ist nichts anderes als ein humanitäres und politisches Desaster. Die Schuld daran allein Israel zuzuschreiben, trägt nicht den tatsächlichen Vorkommnissen auf dem Schiff Mavi Marmara Rechnung und läuft einer konkreten Konfliktbeurteilung zuwider.

Wie bereits zwei Tage vor dem Unglück von uns per Pressemitteilung prognostiziert, war die gesamte Free Gaza-Flottille Mittel zum Zweck; Dieser lag dabei nicht darin, den Palästinenser_innen Hilfsgüter zukommen zu lassen, sondern in der Durchbrechung der israelischen Blockade des Gaza-Streifens.i Die Infragestellung der israelischen Blockadepolitik kann niemandem zum Vorwurf gemacht werden. Die Durchführung mündete aber in eine absehbare Eskalation, die konkreten Friedensbemühungen entgegen läuft. Die weltweiten Reaktionen auf die Durchsetzung der Blockade waren teils stark antisemitisch motiviert und werden von uns scharf kritisiert.

Wir möchten an dieser Stelle betonen: Es ist bedauerlich, dass die drei Linken-Politiker_innen – Norman Paech, Annette Groth sowie Inge Höger – in diese gefährliche Situation gelangten. Nichtsdestotrotz stehen mit ihrer Teilnahme an der Flottille wichtige Fragen linker Bündnispolitik im Raum.

Die gesamte Erklärung des BAK Shalom gibt es auf dessen Homepage. Sie kann an dieser Stelle auch als pdf runtergelanden werden.

Erklärung des BAK Shalom der Linksjugend [’solid] zum Antiisraelischen Aufmarsch zum Al Quds-Tag in Berlin

Polizei untergräbt zivilgesellschaftliches Engagement gegen Antisemitismus

Am gestrigen Al Quds-Tag-Aufmarsch, auf dem neben zahlreichen Islamisten und linken Antiimperilisten auch Mitglieder der rechtsextremen DVU gegen das Existenzrecht Israels aufmarschierten, hat die Berliner Polizei gegenüber der Gegenkundgebung ein völlig unverständliches Verhalten an den Tag gelegt. Während es in den letzten Jahren zu keinen großen Schwierigkeiten gekommen ist, zeigten die Einsatzkräfte am heutigen Tag von Anfang an ihre Bereitschaft zur Eskalation.

Eingesperrt zwischen Absperrgittern war es den Teilnehmer_innen der demokratischen Kundgebung gegen Antisemitismus per Auflage verboten in hebräischer und englischer Sprache zu sprechen, zu singen und Musik in diesen Sprachen abzuspielen. Weiterhin waren auch Schilder und Transparente in diesen Sprachen untersagt. Dies führte dazu das englische Schilder, die die Freiheit des von Hamas-Terroristen entführten Israeli Gilad Shalit forderten, nicht auf der Veranstaltung gezeigt werden durften. Ebenfalls konnte ein Transparent des BAK Shalom, das in englischer Sprache den Niedergang der klerikalfaschistischen Diktatur im Iran fordert, nicht verwendet werden. Skandalös wurde es dann richtig, als die Einsatzleitung der Polizei das Tragen der Fahne der israelischen Hauptstadt Jerusalem unterband und diese einem Teilnehmer entwendete und beschlagnahmte. Selbst ein staatlich anerkannter Übersetzer wurde bei diesem Vorgang völlig ignoriert und stattdessen brüllten Polizeibeamte Mitglieder der Jüdischen Gemeinde an, die sich zu vor über das Vorgehen beschwerten.

Offensichtlich sollte dadurch eine Provokation der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des antisemitischen Hassaufmarsches unterbunden werden. In Wirklichkeit hat die Polizei dafür gesorgt, dass das beständig in Sonntagsreden geforderte „Flagge zeigen“ gegen Antisemitismus im öffentlichen Raum nicht stattfinden konnte. Angesichts der Auflagen für die Teilnehmer_innen der Gegenkundgebung ist es mehr als fragwürdig, dass Teilnehmer des Al Quds-Tags-Aufmarsches ihre Sympathie mit islamistischen Terrororganisation und ihrer Führer offen zeigen durften. So hatten beispielsweise Ordner T-Shirts der Hisbollah an und Teilnehmer haben Fahnen dieses antisemitischen Zusammenschlusses getragen und Bilder des Kriegsverbrechers Hassan Nasrallah hochgehalten.

Nach Ende der antifaschistischen Kundgebung verhafteten Polizisten noch willkürlich eine vorherige Teilnehmerin, die sich nichts zu schulden kommen lassen hat. Die eingesetzten Einsatzhundertschaften der Berliner Polizei haben ein vollkommen einseitiges und unerträgliches Verhalten an den Tag gelegt. Hartes Vorgehen gegen die antisemitischen Teilnehmer_innen des Al Quds-Tags-Aufmarsches gab es nicht. Es konnte auf der Abschlusskundgebung dieses Aufzuges ein Iman in arabischer und persischer Sprache mit antisemitischen Parolen gegen die Existenz des Staates Israel hetzen.

Die heutigen Vorkommnisse wecken Erinnerungen an einen Vorfall in Duisburg Anfang dieses Jahres, als Polizeieinsatzkräfte unter dem Jubel antisemitischer Demonstrationsteilnehmer eine Wohnung stürmten, um eine am Fenster hängende Israelfahne herunterzureißen.

Wir fordern aufgrund der genannten Dinge die Politik auf, Konsequenzen aus dem Verhalten der eingesetzten Polizisten zu ziehen. Die Vorfälle gehören auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Innenausschusses!

Zur Kritik des Antisemitismus und des Antiamerikanismus. Solidarität mit Israel.

Vortrag und Diskussion mit Referat von Sebastian Voigt (Bündnis gegen Antisemitismus, Leipzig).
„So wahr es ist, dass man den Antisemitismus nur aus unserer Gesellschaft heraus verstehen kann, so wahr scheint es mir zu werden, dass heute die Gesellschaft selbst nur durch den Antisemitismus richtig verstanden werden kann.“ (Horkheimer)

Die Wahrheit dieses Satzes hat die Mehrheit der Linken bis heute nicht verstanden. Im Vortrag sollen Gründe dafür diskutiert werden. Ebenso wird gezeigt, dass aus dem Kampf gegen Antisemitismus eine Solidarisierung mit dem Israel, dem Staat der Shoa-Überlebenden, folgt. Des Weiteren wird der Zusammenhang zwischen dem antisemitischen Ressentiment und der Feindschaft gegen die Vereinigten Staaten von Amerika dargelegt. Indem Linke sich über alles freuen, was Amerika schadet, im schlimmsten Fall gar über das Massaker am 11.September 2001 in New York City, stellen sie sich in eine jahrhundertlange europäische Tradition der Feindschaft gegen die “Neue Welt“. Diese Tradition gilt es vehement zu kritisieren, denn das Gerede vom “Weltfeind Nummer Eins“ und das Lamentieren über den “amerikanischen Kulturimperialismus“ unterscheidet sich nicht von dem Antiamerikanismus deutscher Nazis.

Die Veranstaltung bildet den fünften Teil der gemeinsamen Veranstaltungsreihe gegen Antisemitismus des Landesarbeitskreis Shalom Berlin der Linksjugend [’solid] und den Jusos Berlin.

Freitag den 24.April 2009 | 18:00 Uhr | Tristeza (Pannierstraße 5 – nähe U-Bahnhof Hermannplatz [U7, U8])

Pressemitteilung des LAK Shalom Berlin zur antiisraelischen Demonstration am 17.Januar in Berlin

LAK Shalom Berlin der Linksjugend [’solid] | 18.01.2009

Pressemitteilung zur antiisraelischen Demonstration am 17.Januar in Berlin:

Antisemitismus, Geschichtsverfälschung und Gewaltaufrufe haben nichts mit Frieden zu tun

Am 17.Januar kam es in der Mitte Berlins erneut zu einer antiisraelischen Demonstration. Unter der Vorgabe für Frieden zu demonstrieren, riefen dazu auch verschieden linke Organisationen auf. Unter diesen Aufrufer_innen befanden sich auch mehrere Bundestagsabgeordnete der Linksfraktion und dazu noch genau zehn der elf Abgeordneten, die im letzten Jahr anlässlich des 9.November eine Abstimmung zu einem Antrag gegen Antisemitismus boykottierten.

Neben so genannten Friedensorganisationen, wie der “Achse des Friedens“ und dem “Deutschen Friedensrat“ übernahm die Hauptorganisation – wie auch bei den vorangegangen Aufzügen – die Palästinensische Gemeinde Berlin. Die letzten beiden Organisationen hatten auch noch kurz zuvor bis vor das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg eingeklagt, dass die Demonstrationsteilnehmer_innen Symbole der antisemitischen Terrororganisation Hamas zeigen dürfen. Dass es den Organisatoren so wichtig war, die offene Verbrüderung mit einer Terrorgruppe zu ermöglichen – die den jüdischen Staat mit samt seinen Bewohner_innen vernichten will und deren Programm aus Krieg besteht – offenbart für uns die Lächerlichkeit und die Dreistigkeit vorzugeben für Frieden zu demonstrieren. Als Wolfgang Gehrke – als einer der schon angesprochenen Abgeordneten des Deutschen Bundestages – in seiner Rede auf der Abschlusskundgebung für einen Frieden und eine Zwei-Staaten-Lösung warb, wurde er von hunderten Anwesenden dafür ausgepfiffen.

Die Stimmung auf der Demonstration war wieder sehr aggressiv. Das Feindbild stand für die Mehrheit der Teilnehmer_innen fest: Der Staat Israel, aber auch seine Bevölkerung und Jüdinnen und Juden allgemein. Das haben die mitgeführten Transparente und Schilder und Parolen verdeutlicht. Neben Hamas- und Hisbollah-Fahnen wurden auch unzählige Schilder mitgeführt, die Jüdinnen und Juden und Israel mit den Nationalsozialisten und ihren Verbrechen gleichsetzen. Als Beispiele seien hier nur “Warschauer Ghetto 1943 = Gaza Ghetto seit 1948“, “Die Opfer von gestern, sind die Täte von heute!!! – Davidstern = Hakenkreuz“ und “Gaza 2009 = Guernica 1937“ genannt. Zu dem wurden in der Demonstration hunderte Schilder mit der Aufschrift “Stoppt den neuen Holocaust in Gaza“ mitgeführt sowie Schilder mit der Aufschrift “I Love Hamas“.

Die Verbrechen des Nationalsozialismus werden mit solchen Parolen nicht nur verharmlost, sie sind auch eine Ohrfeige ins Gesicht der Opfer der Shoa. Und genau gegen diese Konsequenz aus der industriellen Vernichtung der europäischen Jüdinnen und Juden – also den Staat Israel – gingen die Demonstrationsteilnehmer_innen auf die Straße.

Die Anwesenden haben auch nicht nur ein Wort darüber zu verloren, dass die Hamas mit ihren andauernden Angriffen auf Israel, für diesen Krieg verantwortlich ist. Stattdessen erklärte ein Mitglied der Palästinensischen Gemeinde Berlin vor der Kamera des RBB (Rundfunk Berlin-Brandenburg), dass Israel die Waffenruhe gebrochen und aufgekündigt hätte und somit für diesen Krieg verantwortlich sei. Anders als durch dreiste Lügen ließe sich wahrscheinlich nicht mehr rechtfertigen, solche Hassdemonstrationen durchzuführen. Wie auch in den letzten Wochen bei anderen Aufzügen in Deutschland, kam es auch bei diesem Aufmarsch wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen – die vor allem durch junge Männer gesucht wurden. So flogen einige Flaschen und Eisbrocken durch die Luft, die zum Teil die eigenen Demonstranten trafen. Eine Israelfahne wurde zertreten und eine weitere wurde versucht anzuzünden.

Neben der schon erwähnten Demonstrations-Unterstützung durch LINKE- Bundestagsabgeordnete verurteilen wir als Landesarbeitskreis Shalom Berlin auch die vereinzelte Teilnahme von Mitgliedern der Linksjugend [’solid] und die durch Fahnen sichtbare Präsenz von Mitgliedern des Bezirksverbandes Berlin-Neukölln der Partei DIE LINKE an dieser Demonstration. Antisemitische Hassmanifestationen können und dürfen nicht unterstützt und können und dürfen nicht toleriert werden!

Video von der Veranstaltung: wird demnächst folgen

Für Rückfragen: Sebastian Meskes (LAK Shalom Berlin) | Telefon: 015158834485 | E-Mail: mail [at] shalom-berlin.com | Web: www.shalom-berlin.com

Pressemitteilung des BAK Shalom zur aktuellen Situation im Nahen Osten

Pressemitteilung | BAK Shalom der Linksjugend [’solid] | 05. Januar 2009

In den letzten zwei Wochen kam es anlässlich der israelischen Militäroffensive im Gazastreifen zu verschiedenen Demonstrationen in Deutschland.

Dazu erklärt Benjamin Krüger, Bundessprecher des BAK Shalom:

„Die Militäroffensive hat das Ziel, die Raketenangriffe der Hamas auf das israelische Staatsgebiet zu beenden. Seit 2001 wurde Israel über 10000mal mit Raketen beschossen. Es ist daher vollkommen unverständlich, warum diese Tatsache auf allen Demonstrationen vollkommen ignoriert oder im schlimmsten Fall sogar noch bejubelt wird. Nicht selten wurde auf den Demonstrationen ganz offen die Auslöschung Israels gefordert, die dritte Intifada propagiert und Israel beschuldigt, einen Völkermord bzw. einen „neuen Holocaust“ zu betreiben. Dies stellt nicht nur eine unentschuldbare Relativierung der Verbrechen des Nationalsozialismus dar, sondern ist auch fernab jeder Realität. 400 Tote durch die Luftangriffe als „Völkermord“ zu bezeichnen, ist absurd. Jeder Tote Zivilist ist ein Toter zuviel, jedoch muss klar benannt werden, dass die Hamas nicht nur die alleinige Schuld an der erneuten Eskalation des Konflikts trägt, sondern die Palästinenserinnen und Palästinenser im Gazastreifen ganz bewusst als menschliche Schutzschilde benutzt und damit ihren Tod mehr als billigend in Kauf nimmt.

Außerdem ist es schockierend, dass Funktionäre der Linkspartei zum Teil an maßgeblicher Stelle an diesen Demonstrationen mitgewirkt haben. Dass der außenpolitische Sprecher der LINKEN-Bundestagsfraktion, Norman Paech, am 02. Januar in Hamburg vor einer Fahne der Terrororganisation Hamas von einem Massaker der Israelis an den Palästinensern sprach, ist unerträglich. Die Hamas steht auf der Terrorliste der Europäischen Union und vertritt eine durch und durch reaktionäre und frauenfeindliche Ideologie. Ebenso verurteilehn wir die Beteiligung von Linksparteifunktionären in Berlin und NRW an den Demonstrationen.

Besonders erschreckend war ein Vorfall während einer sog. Friedensdemonstration am 03. Januar in München, an der die Partei Die LINKE mit einem Redebeitrag beteiligt war. Von dieser Demonstration aus wurde eine Mahnwache gegen Antisemitismus am Platz der Opfer des Nationalsozialismus von rund 60 Männern angegriffen. Dieses Verhalten ist durch nichts zu rechtfertigen. Ich fordere deshalb eine öffentliche Distanzierung von diesem Angriff durch den Kreisverband München und von Henning Hintze, der für die Partei DIE LINKE dort gesprochen hat. Des Weiteren müssen sich Mitglieder der LINKEN fragen lassen, mit wem sie sich auf derartigen Demonstrationen gemein machen. Einem emanzipatorischen Anliegen ist mit den
Demonstrationen jedenfalls nicht gedient.

Die LINKE sollte die emanzipatorischen Kräfte im Nahen Osten zu unterstützen, welche für eine Zwei-Staaten-Lösung eintreten. Die Hamas gehört ganz sicher nicht dazu. Eine friedliche Koexistenz wird außerdem nur verwirklicht werden können, wenn Hamas, Hisbollah und die anderen antisemitischen und terroristischen Organisationen sich vom erklärten Ziel
abwenden, Israel zerstören zu wollen.“

Die ausführliche Stellungnahme des BAK Shalom zur Operation „Gegossenes Blei“

Eine Videodokumentation des BAK Shalom über die Demonstrationen gegen Israel am 03. Januar
2009 in Berlin: