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Vortrag mit Clemens Heni am 17.02.: Kritische Theorie & Israel

War die Kritische Theorie pro-israelisch? Für manche in der „Pro-Israel-Szene“ ist die Antwort eindeutig „Ja“. Für die Mainstream-Forschung und Publizistik hingegen liegt die Antwort im Adorno-Preis für Judith Butler 2012. Das zeige den antizionistischen Charakter „der“ Kritischen Theorie. Doch was steht in den Texten der führenden Vertreter Kritischer Theorie, Max Horkheimer, Theodor W. Adorno, Leo Löwenthal, Erich Fromm und Herbert Marcuse? Ist es sinnvoll zu sagen „Israel bis zum Kommunismus“? Was kommt danach, also im Jahr 2028? Der Vortrag wird die Positionen dieser fünf Vertreter Kritischer Theorie vorstellen und zur Diskussion über das Verhältnis von Linken zum Zionismus anregen.

Dr. phil. Clemens Heni ist Politikwissenschaftler und Direktor des Berlin International Center for the Study of Antisemitism (BICSA). 2008/09 war er als Post-Doc an der Yale University angestellt. 2014 erschien sein neuestes Buch „Kritische Theorie und Israel“.

Wann?
Dienstag, 17.02.2015, ab 19 Uhr

Wo?
Amadeu-Antonio-Stiftung, Linienstr. 139, 10115 Berlin

Die Veranstaltung wird organisiert vom Landesarbeitskreis (LAK) Shalom Berlin der Linksjugend [’solid] Berlin.

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„Frühe Kritik des Antisemitismus von links. Über Alexandra und Franz Pfemfert, Emma Goldman und Alexander Berkman, Leo Trotzki“ – Mitschnitt vom Vortrag mit Olaf Kistenmacher

Der Vortrag wurde am 22. November in Berlin gehalten. Hier gibt es die Veranstaltungsankündigung.

[Mitschnitt: Frühe Kritik des Antisemitismus von links. Über Alexandra und Franz Pfemfert, Emma Goldman und Alexander Berkman, Leo Trotzki]

[Weitere Vorträge vom BAK Shalom]

Vortrag von Olaf Kistenmacher am 22. November in Berlin: Frühe Kritik des Antisemitismus von links. Über Alexandra und Franz Pfemfert, Emma Goldman und Alexander Berkman, Leo Trotzki

Dass es Judenfeindschaft innerhalb der politischen Linken gab und gibt, steht nicht erst seit 1945 in der Kritik. Bereits 1923 zitierte Franz Pfemfert in seiner Zeitschrift Die Aktion entsetzt, dass Ruth Fischer, Mitglied der KPD-Parteizentrale, völkische Studierende auf einer Versammlung ermuntert hatte, „Judenkapitalisten“ zu ermorden. Zur gleichen Zeit gab die US-amerikanische Anarchistin Emma Goldman in ihrem Russlandreisebericht Gespräche mit Jüdinnen und Juden wieder, die wegen eines neuen, sowjetischen Antisemitismus besorgt waren. In seiner Autobiografie Mein Leben, die 1929 auf Deutsch erschien, wies Leo Trotzki darauf hin, dass es in der Hetze gegen den „Trotzkismus“ antisemitische Untertöne gab. 1937 bündelte er in einem Text unter dem Titel „Thermidor und Antisemitismus“ diese Erkenntnisse. Mit dieser Kritik am Antisemitismus in den eigenen Reihen waren Alexandra und Franz Pfemfert, Emma Goldman und Alexander Berkman oder Leo Trotzki nicht repräsentativ für die Mehrheit der anarchistischen, kommunistischen und sozialistischen Linken. Noch während der antizionistischen Verfolgungen in der ČSR, der DDR und der Sowjetunion nach 1945 fiel es selbst jüdischen Kommunistinnen und Kommunisten schwer, die antisemitische Ausrichtung wahrzunehmen. Am Beispiel von Trotzki wird der Vortrag die Schwierigkeiten deutlich machen, das Problem des Antisemitismus anzusprechen, von dem er persönlich betroffen war.

Olaf Kistenmacher promovierte an der Universität Bremen zum Thema „Arbeit und ‚jüdisches Kapital‘. Antisemitische Aussagen in der Tageszeitung der KPD, Die Rote Fahne, während der Weimarer Republik, 1918 bis 1933“. Er schreibt für die Konkret, Jungle World und Phase 2.

Aktuelle Veröffentlichung: Zum Zusammenhang von Antisemitismus und Antizionismus. Die Nahost-Berichterstattung der Tageszeitung der KPD, „Die Rote Fahne“, während der Weimarer Republik, in: Michael Nagel/Moshe Zimmermann (Hg.): Judenfeindschaft und Antisemitismus in der deutschen Presse über fünf Jahrhunderte/Five hundred Years of Jew-Hatred and Anti-Semitism in the German Press, Bremen: Edition Lumière 2013, Band 2, S. 591-608.

Wo?
Schankwirtschaft Laidak, Boddinstr. 42/43, 12053 Neukölln, Berlin

Wann?
Freitag, 22. November, 19 Uhr

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Veranstaltung des Landesarbeitskreis Shalom der Linksjugend Berlin im Rahmen der Aktionswochen gegen Antisemitismus 2013 der Amadeu Antonio Stiftung.

>>> Event auf Facebook

Redebeitrag des LAK Shalom Berlin zu den Protesten gegen den Al Quds-Marsch: Kein freies Syrien ohne Kritik des Antisemitismus

Wozu jedes Jahr einen neuen Demoaufruf, wenn sich doch die Welt seit August vergangenen Jahres nicht verändert hat? Noch immer marschieren Islamisten, noch immer gibt es den Al Quds-Tag, das iranische Regime, das Atomwaffenprogramm. Und Israel darf noch immer nicht in Frieden existieren.

Umso erfreulicher ist es, wenn ein Aufruf eine neue Forderung aufstellt, dessen Anlass in den Jahren davor gar nicht denkbar war: „Solidarität mit den emanzipatorischen Kämpfen vor Ort!“, heißt es in Bezugnahme auf die Aufstände in den arabischen Ländern – und „Nieder mit dem Regime in Syrien!“, steht im diesjährigen Aufruf gegen den Al Quds-Tag geschrieben. Reflexartig löste das bei einigen Unverständnis aus: Die Aufstände in den arabischen Ländern brächten nur Islamisten an die Macht, Israel würde gefährdet und Antisemitismus keinesfalls zurückgedrängt werden. Also warum nicht das Beste aus dem Status Quo machen – doch lieber Assad statt Al Qaida? Dieses Unverständnis für die Solidarität existiert zu Unrecht, wie wir mit unserem Redebeitrag klar machen wollen.

Die Auseinandersetzung um Antisemitismus steht im Zentrum des LAK Shalom Berlin. Antisemitismus kann jedoch nicht von den gesamtgesellschaftlichen Zuständen abgekoppelt werden, sondern ist immer Teil eben dieser. Die Kritik des Antisemitismus ist ohne Kritik der Gesellschaft nicht möglich – und andersherum: Die Kritik der Gesellschaft ist ohne Kritik des Antisemitismus nicht möglich. Das zu bedenken gilt es auch im Falle Syriens.

Hierbei müssen wir jedoch eingestehen: Eine umfassende Analyse der syrischen Gesellschaft ist für uns momentan nicht möglich: Einerseits war Syrien bisher in unserer Arbeit eher nebensächlich ein Thema, andererseits ist die dortige Situation zurzeit äußerst unübersichtlich.

Wir wünschen uns daher in der Auseinandersetzung mehr Bescheidenheit und ein Ende reflexartiger Analysen. In Syrien und in den arabischen Ländern wird nicht für die befreite Gesellschaft gekämpft. Klar ist auch, dass sich nicht mal alle syrischen Oppositionellen für politische Mindeststandards begeistern können, wie das Recht auf Leben oder das Recht auf körperliche Unversehrtheit. Wer also konkret Akteure sind, mit denen sich zu solidarisieren wäre, ist schwierig und eher abstrakt zu beantworten. Sie können nicht mal beim Namen genannt werden.

Es wären aber jedenfalls die Menschen in Syrien, die mit dem Ende des Regimes auch eine Gesellschaft ohne Antisemitismus einfordern und diesen kritisieren – unabhängig davon, ob er von säkular-nationalen oder von djihadistischen Oppositionellen artikuliert wird.

Es wären diejenigen Menschen, die sich für ein wirklich freies Syrien einsetzen, das nicht auf Kosten anderer konstituiert wird: Kein freies Syrien ohne Beteiligung syrischen Frauen, kein freies Syrien ohne Beteiligung syrischer Homosexueller, kein freies Syrien ohne Beteiligung syrischer Jüdinnen und Juden, kein freies Syrien auf Kosten eines Krieges mit Israel. Mit den Menschen, die mit dem Sturz Assads ein solches Syrien verbinden, gilt unsere Solidarität!

Hintergründe und Berichte über die Proteste vom 18. August in Berlin gibt es unter keinalqudstag.tk.

Podiumsdiskussion: DIE LINKE ein halbes Jahr nach der Antisemitismusdebatte – Ist das Glas halb leer oder halb voll?

„Antisemiten als Koalitionspartner? Die Linkspartei zwischen antizionistischem Antisemitismus und dem Streben nach Regierungsfähigkeit“ – das ist die Überschrift des wissenschaftlichen Artikels von Samuel Salzborn und Sebastian Voigt, der schon vor der Veröffentlichung der Endversion zu einer mehrwöchigen Debatte in der Partei führte und in zwei Beschlüsse der Bundestagsfraktion mündete. In diesen wurden einerseits konkrete Schritte festgeschrieben, wie die Nichtteilnahme an der Gaza-Flotte, das klare Bekenntnis zur Zwei-Staaten-Lösung und die Absage an antiisraelischen Boykottaktionen. Andererseits wurde festgehalten, dass Kritik an Israel nicht per se antisemitisch ist, wodurch der Eindruck erweckt wurde, dass der Antisemitismusvorwurf lediglich wegen einer israelkritischen Haltung erhoben wurde.

Relativ schnell ging die Partei nach diesen Beschlüssen zur Tagesordnung über – Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin standen an. Unbeantwortet bleibt daher die Frage, welche konkreten Folgen die Beschlüsse für das Verständnis von Antisemitismus in der Partei – besonders hinsichtlich des Nahost-Konfliktes – haben wird. Wo steht die Partei ein halbes Jahr nach den Beschlüssen? Kann man mit innerparteilichen Veränderungen rechnen? Oder zerbricht die Partei sogar am Nahost-Konflikt? Gibt es eine Abkehr vom Antizionismus oder wird man sich weiterhin auf israelfeindliche Aktionen einstellen müssen? Diese Fragen diskutieren:

Dr. Klaus Lederer – Landesvorsitzender DIE LINKE Berlin, Mitglied im Abgeordnetenhaus
Prof. Dr. Mario Keßler – Historiker aus Berlin und Potsdam
Katharina König – Sprecherin für Jugendpolitik, Netzpolitik & Antifaschismus DIE LINKE im Thüringer Landtag
Moderation: Lena Kreck und Stefan Gerbing – beide Redaktion prager frühling

25. November 2011, 18 Uhr
Berlin, Karl-Liebknecht-Haus, Konferenzsaal I, Kleine Alexanderstraße 28, U-Bahn-Station Rosa-Luxemburg-Platz

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Aktionswochen gegen Antisemitismus statt.

Bitte verbreitet den Termin via Facebook!

»Feindbild Israel – der ewige Sündenbock«

Vortrag und Diskussion mit Dr. Tilman Tarach

19.03.2011 | 15 Uhr
Karl-Liebknecht-Haus | U-Bahn-Station Rosa-Luxemburg-Platz | Berlin

Über keinen Staat gibt es so viele Gerüchte wie über Israel. Tilman Tarach zeigt, dass die deutschen Medien, aber auch Organisationen wie die Uno und jede Menge »Israelkritiker« den Stoff liefern, aus dem diese diffamierenden Legenden gestrickt werden. Die alte Parole »Die Juden sind schuld« wird heute in weiten Teilen der Gesellschaft begierig auf den jüdischen Staat angewendet, und zwar reichlich unabhängig davon, wie er sich verhält.

Feindbild Israel - der ewige Sündenbock

Tilman Tarach zeichnet die entscheidenden historischen und aktuellen Aspekte des Nahostkonflikts nach und zeigt auf, welch groteskes zweierlei Maß in der allgemeinen Debatte um Israel Anwendung findet. Die dargelegten Fakten und Zusammenhänge werden selbst viele Freunde Israels überraschen; den ApologetInnen einer wohlfeilen »Israelkritik« hingegen sind sie unangenehm.

Tilman Tarach ist Jurist aus Freiburg im Breisgau und Autor des Buches »Der ewige Sündenbock. Heiliger Krieg, die ‘Protokolle der Weisen von Zion’ und die Verlogenheit der sogenannten Linken im Nahostkonflikt«. Artikel von ihm erschienen in Konkret und Jerusalem Post.

Die Veranstaltung wird vom Landesarbeitskreis Shalom Berlin in der Linksjugend [’solid] und dem stipendiatischen Arbeitskreis Antisemitismus beim Studienwerk der Rosa-Luxemburg-Stiftung organisiert. Die VeranstalterInnen behalten es sich vor, AntisemitInnen des Raumes zu verweisen.

Umbrüche in der arabischen Welt – wohin geht die Reise?

Workshop auf der LVV der Linksjugend [’solid] Berlin am 5.3.2011
11 Uhr, Statthaus Böcklerpark, Prinzenstraße 1

Die Umbrüche in den muslimisch geprägten Ländern im Nahen und Mittleren Osten sowie in Nordafrika sind bisher das politische Großereignis im Jahr 2011. Schon jetzt ist klar, die Revolten und Revolutionen sind historisch. Doch wohin geht die Reise?

Ziel des Workshops soll es sein, in Form eines gemeinsamen Austausches uns am Beispiel Ägypten einen Überblick zu verschaffen, um die Vorkommnisse zu systematisieren und somit einordnen zu können.

Ägypten spielt eine zentrale Rolle für die Transformation der Region. Zum einen strahlte von Kairo stets eine Vorbildfunktion für andere muslimisch geprägte Staaten aus, zum anderen war es das erste Land, das mit Israel einen Friedensvertrag schloss und somit ein wichtiger Vermittler zwischen Israelis und PalästinenserInnen im Nah-Ost-Konflikt wurde.

Im Workshop wollen wir untersuchen, wer die Proteste in Gang setzte und was die grundlegenden Forderungen waren. Ein Revolutionsvergleich zwischen dem heutigen Ägypten und Tunesien einerseits und dem Iran von 1979 andererseits sollen die Bedeutung von Islam, Säkularismus und Antisemitismus im politischen Programm der Protestierenden herausstellen. Hierbei werden wir auch die Bedeutung der Muslimbruderschaft thematisieren. Schlussendlich werden wir auch einen Blick auf die Rolle des ägyptischen Militärs werfen und ihre gesellschaftliche Funktion illustrieren.

Optional ist ein Ausblick auf andere arabische Länder möglich. Zudem können wir einen Einblick in die israelische Sichtweise auf die Umbrüche am Nil anbieten.

Geleitet wird der Workshop von Stefan Kunath (LAK Shalom Brandenburg) und Benjamin Krüger (LAK Shalom Berlin).

Nach Tunis oder Teheran? Wohin steuert Ägypten?

Niemand hatte mit dem plötzlichen politischen Umbruch in den muslimisch geprägten Ländern in Nahost und Nordafrika gerechnet. Auf einmal können sich die autoritären und diktatorischen Regime ihrer Existenz nicht sicher sein. Die Bevölkerung geht trotz rigiden Militär- und Polizeiapparates auf die Straße, um Rechte politischer und sozialer Partizipation einzufordern.
Die Ereignisse überschlagen sich. Gerade deshalb ist es umso wichtiger, sich einen umfassenden Überblick zu verschaffen, um die Entwicklungen in Ländern wie Tunesien und Ägypten nachvollziehen zu können.

Wir – der LAK Shalom Brandenburg und der LAK Shalom Berlin – laden dich daher ein, mit uns gemeinsam die Lage in Ägypten zu diskutieren. Wir wollen auf Ägypten ein besonderes Augenmerk richten, da es das erste Land war, das einen Friedensvertrag mit Israel schloss. Inwiefern ist die Rolle der oppositionellen Muslimbruderschaft eine Gefahr für den ägyptisch-israelischen Frieden? Wurde sie bisher in ihrem Gefahrenpotenzial unterschätzt? Oder sind die IslamistInnen lediglich argumentatives Futter für das Lager Mubaraks? Wohin steuert Ägypten? Werden die dortigen politischen Verhältnisse zukünftig denen in Tunis oder denen in Teheran ähneln?

Interessant erscheinen uns auch erste Meinungen aus Ägypten, die von einem iranischen bzw. israelischen Komplott sprechen. Anstifter der Demonstrationen werden demnach im „feindlichen“ Ausland gesucht. Welche Rolle spielen demzufolge nationalistische, pan-arabische Kräfte in einem zukünftigen Ägypten?

Diese Fragen wollen wir in einem Workshop erörtern und du bist hierzu recht herzlich eingeladen!
Dieser findet am kommenden Samstag (12.2.2011) von 14 Uhr bis 16.30 Uhr in Berlin statt (genauer Ort wird nach verbindlicher Anmeldung mitgeteilt). Sende uns für die verbindliche Anmeldung eine Mail an brandenburg[at]bak-shalom.de.

Zum Weiterlesen:
PM 5.2.2011: Mubarak endlich in die Wüste schicken! Solidarität mit den demokratischen Kräften in Ägypten, Tunesien und anderswo!
PM 18.1.2011: Jasminrevolution ausbreiten! Solidarität mit den demokratischen Kräften in Tunesien!